Gedenken an ermordeten slowakischen Journalisten Jan Kuciak | Aktuell Europa | DW | 22.02.2019
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Mafiöse Verstrickungen

Gedenken an ermordeten slowakischen Journalisten Jan Kuciak

Zum Jahrestag der Ermordung des slowakischen Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten haben zehntausende Menschen demonstriert. Sie wollten auch Druck erzeugen, damit die Ermittlungen konsequent weitergeführt werden.

Slowakei, Bratislava: Jahrestag der Ermordung von Jan Kuciak und Martina Kusnirova (picture-alliance/AP/P. Josek)

Die Wahrheit hinter dem Mord ans Licht zu bringen, fordern die Demonstranten in der Slowakei

In mehr als 30 slowakischen Städten kamen Menschen im Gedenken an Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova zusammen. Allein in der Hauptstadt Bratislava versammelten sich nach Angaben der Organisatoren rund 30.000 Personen. Dort sprach unter anderem Kuciaks Vater Jozef.

Er erinnerte daran, dass sein Sohn wegen seiner Recherchen unter anderem vom Geheimdienst und der Polizei überwacht worden sei. "Daraus kann jeder seinen eigenen Rückschluss auf die Art der Demokratie ziehen, in der wir leben", sagte Jozef Kuciak. In Presov im Osten der Slowakei forderte Zlatica Kusnirova, die Mutter von Kuciaks Freundin Martina, vor Demonstranten: "Wir müssen diesen Mafia-Staat säubern."

Slowakei, Bratislava: Jahrestag der Ermordung von Jan Kuciak und Martina Kusnirova (picture-alliance/dpa/M. Martin)

Im Stil einer mafiösen Hinrichtung wurden der Journalist Jan Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova umgebracht

Der 27-jährige Kuciak und seine Verlobte waren vor einem Jahr in ihrem Zuhause erschossen worden. Der Reporter hatte zu Verbindungen zwischen der italienischen Mafia und der slowakischen Regierung recherchiert, sein unvollendeter Artikel wurde nach seinem Tod veröffentlicht.

Der Mord an dem Journalisten hatte Massendemonstrationen gegen die Regierung ausgelöst und schließlich zum Rücktritt des Ministerpräsidenten Robert Fico und des Polizeipräsidenten geführt.

Slowakei, Bratislava: Jahrestag der Ermordung von Jan Kuciak und Martina Kusnirova (picture-alliance/dpa/M. Martin)

Die Menschen in Bratislava demonstrierten unter anderem für eine "anständige Slowakei"

Im September 2018 nahm die Polizei vier Tatverdächtige fest, unter ihnen die mutmaßliche Auftraggeberin Alena Zs. Sie arbeitete für den slowakischen Geschäftsmann Marian Kocner, über dessen Geschäftsverbindungen Kuciak wiederholt geschrieben hatte, zum letzten Mal kurz vor seinem Tod. Kocner ließ Kuciak überwachen, Ende 2017 bedrohte er den Journalisten am Telefon. Kuciak meldete den Drohanruf bei den Behörden, es geschah jedoch nichts.

Der Multimillionär Kocner sitzt seit Sommer 2018 in Haft, da gegen ihn mehrere Verfahren wegen anderer Vergehen laufen. Inzwischen wird gegen ihn auch im Fall Kuciak ermittelt.

ust/jj (afp, dpa)

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