In Neu Delhi führt ein massiver Mangel an Kochgas zu chaotischen Szenen und wachsender Verzweiflung. Die Versorgungslage hat sich dramatisch verschlechtert, weil ein Großteil des in Indien verwendeten Flüssiggases importiert und über die Straße von Hormus transportiert wird - eine Region, deren Schifffahrt durch den Krieg im Nahen Osten stark beeinträchtigt ist. Die Auswirkungen des Konflikts reichen damit bis in die Küchen indischer Haushalte und Betriebe.
Für Menschen wie den Rikscha-Fahrer Afar Alam ist die Situation existenziell. Seit Tagen versucht er vergeblich, eine neue Gasflasche zu bekommen. Lange Warteschlangen, widersprüchliche Aussagen der Händler und immer wieder leere Depots bereiten ihm große Sorgen. Zudem gibt es den Verdacht, dass Händler Gasflaschen zurückhalten und auf dem Schwarzmarkt zu exorbitanten Preisen verkaufen.
Der Engpass trifft nicht nur Privathaushalte, sondern auch Restaurants und Hotels. Einige Betriebe mussten bereits schließen oder auf Holzfeuer umsteigen. Die Regierung betont, sie priorisiere Haushalte, um die Bevölkerung vor den Auswirkungen des Iran-Krieges zu schützen.