Furioses Pokalfinale mit Weltklasse-Toren | Sport | DW | 26.05.2019
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Analyse

Furioses Pokalfinale mit Weltklasse-Toren

Die besten Teams der Bundesliga-Rückrunde, Bayern München und RB Leipzig, liefern ein hochklassiges Pokalendspiel mit Chancen im Minutentakt. Am Ende geben die Routine und Cleverness der Münchner den Ausschlag.

Als Bayern-Kapitän Manuel Neuer den DFB-Pokal nach dem 3:0 (1:0)-Finalsieg gegen RB Leipzig in den Berliner Nachthimmel wuchtete, ergoss sich der übliche Konfettiregen auch auf Trainer Niko Kovac. Im Gegensatz zu den Spielern in den roten Trikots, die drei Jahre auf dieses Ritual verzichten mussten (die Bayern holten zuletzt 2016 den Pokal) hatte der Coach erst vor zwölf Monaten im Berliner Olympiastadion jubeln dürfen. Damals gewann Kovac den Pott mit Eintracht Frankfurt. In gewisser Weise darf sich der 47-Jährige als Pokalverteidiger fühlen. Obendrein ist er erst der vierte Trainer in der langen DFB-Pokal-Geschichte, der diesen Erfolg mit zwei unterschiedlichen Mannschaften erreichte.

DFB Pokalfinale 2018 FC Bayern München - Eintracht Frankfurt | Niko Kovac (picture-alliance/SvenSimon/F. Hoermann)

Niko Kovac: Double in seiner ersten Saison als Bayern-Coach

Kovac: "Fahre entspannt in den Urlaub" 

Mit dem Double aus Meisterschaft und Pokal hat Niko Kovac geliefert, was von einem Trainer beim FC Bayern schlicht erwartet wird: Titel. Und das nach einem nicht einfachen, von den Münchnern selbst als Übergangs-Saison bezeichneten Jahr mit einer Mannschaft im Umbruch. "Ich gebe niemals auf, auch wenn die Situation schwer ist. Das liegt in meinem Charakter", sagte Kovac in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Er fahre jetzt entspannt in den Urlaub und freue sich auf die Arbeit in der neuen Saison, so Kovac weiter. Das war eine indirekte Entgegnung auf das seit Wochen fehlende klare Bekenntnis von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, ob Kovac auch in der nächsten Saison die dann sicherlich personell aufgerüstete Bayern-Mannschaft trainieren wird. "Das haben wir eigentlich nie infrage gestellt", ließ sich Rummenigge nach dem Finale im ARD-Interview immerhin entlocken.

In den entscheidenden Momenten waren die Bayern da

Verdient haben sich die Münchner ihren 19. Sieg in diesem Wettbewerb - weil in den entscheidenden Momenten wichtige Spieler die richtigen Dinge taten. Bei den Dauerangriffen der Leipziger, die in den ersten 25 Minuten oft mit neun Spielern in der Bayern-Hälfte aufkreuzten, verloren sie nie die Kontrolle, auch wenn in einigen Momenten das Glück durchaus Lederhosen trug. Vor allem die erfahrenen Mats Hummels und Niklas Süle verstellten den RB-Angreifern oft die entscheidenden Passwege. Dazu reagierte Torwart Manuel Neuer zweimal herausragend.

DFB Pokal Finale - RB Leipzig vs Bayern München (picture-alliance/dpa/H. Schmidt)

Glanzparade von Manuel Neuer (l.) gegen Leipzigs Stürmer Emil Forsberg

Dritter Erfolgsfaktor war der zweifache Torschütze Robert Lewandowski. Bei seinem ersten Treffer köpfte er eine Flanke von David Alaba, obwohl im ungünstigen Laufweg vom Tor weg, in Weltklasse-Manier zur Führung. Ähnliche Übersicht bewies Kingsley Coman beim 2:0: Ballannahme im vollem Lauf, gewandte Bewegung und präziser Torschuss. Übersicht und Cleverness - errungen in vielen internationalen Begegnungen.

Leipzig rüttelt am Machtgefüge

"Für meine Spieler ist es das größte Spiel der Karriere", hatte RB-Coach Ralf Rangnick schon vor dem Spiel gesagt. Mit Leidenschaft und großem Willen stürzten sich die Leipziger ins Spiel, brachten den Ball in den ersten 20 Minuten und während des stürmischen Wiederbeginns nach der Pause jedoch auch bei besten Gelegenheiten nicht über die Linie des Bayern-Tors. Das ist das größte Manko einer Mannschaft, die im letzten halben Jahr einen großen Reifeprozess durchlief, wie auch ihr Trainer nach dem Spiel einräumte. "Wir haben einen großen Entwicklungsschritt gemacht und hätten im zehnten Jahr unseres Bestehens gern den ersten Titel gewonnen", sagte Rangnick.

Für die nächste Saison kündigen die "Roten Bullen" den nächsten Schritt an. Auf der Basis dieser Saison, in der man sich als Bundesliga-Dritter für die Champions-League qualifizierte, will man den dominierenden Klubs aus München und Dortmund näher kommen. Dem deutschen Fußball kann das nur gut tun.

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