Fußballer spielen aus Protest nackt | Sport | DW | 17.08.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Gegen die Kommerzialisierung

Fußballer spielen aus Protest nackt

Aus Protest gegen die Kommerzialisierung ihres Sports spielen zwei Fußballmannschaften völlig nackt gegeneinander. Der Organisator will damit Authentizität vermitteln, etwas, was dem Fußball seiner Meinung nach fehlt.

Der Künstler Gerrit Starczewski hatte ein klares Ziel. Der 34-Jährige wollte ein Zeichen setzen gegen die aus seiner Sicht zunehmende Kommerzialisierung des Profifußballs. Deshalb hatte er Freiwillige für ein "Nackt"-Fußballspiel gesucht, die sich seiner Aktion anschließen wollten. 22 Spieler, allesamt Fans von VfL Bochum, FC Schalke 04, Eintracht Frankfurt, sogar von Ajax Amsterdam und einige Klubs mehr sind dafür am vergangenen Wochenende eigens nach Oer-Erkenschwick, am nördlichen Rand des Ruhrgebiets, gereist, "um dieser Sache ihre Untersützung zukommen zu lassen", sagt Starczewski der DW. 

Die nackten Körper stünden für Natürlichkeit und Authentizität und damit für Eigenschaften, die nicht auf den modernen Fußball zuträfen, erklärte der Organisator der Partie im Stimberg-Stadion bei der Ankündigung der Aktion vor einigen Tagen. "Mit meinen Nackt-Aktionen will ich außerdem ein Zeichen für Vielfalt und Natürlichkeit und gegen die Abhängigkeit und Beeinflussung sozialer Medien und falscher Schönheitsideale setzen", erklärte Starczewski. "Das System Fußball ist krank, darum ziehen wir alle blank."

Bekleidet waren die Teilnehmer des Spiels nur mit Fußballschuhen und Stutzen. Die Stutzen in schwarz und blau dienten gleichzeitig dazu, die Mannschaften auseinanderzuhalten. Die Rückennummern der Spieler waren aufgemalt. Auch international hat dieses Nackt-Geisterspiel für Aufsehen gesorgt. Ein Reporter des französischen Fußballmagazins "So Foot" war eigens angereist, auch die englische BBC hat über diese "Kunst-Aktion" berichtet. 

"Ob man die Aktion gut findet oder nicht. Zumindest bleibt sie den Leuten im Gedächtnis", sagt Starczewski. "Sie lässt mal einen anderen Blick auf den Fußball zu." Der Künstler denkt sogar darüber nach, eine "Nacktionalmannschaft" zu gründen.    

ck/jst (dpa)

Die Redaktion empfiehlt