Friedrich Merz soll zum CDU-nahen Wirtschaftsrat gehen | Aktuell Deutschland | DW | 06.03.2019
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Deutschland

Friedrich Merz soll zum CDU-nahen Wirtschaftsrat gehen

Friedrich Merz will nach dem Scheitern seiner Bewerbung um den Parteivorsitz doch ein Amt im unmittelbaren Umfeld der CDU übernehmen. In seiner neuen Funktion wird er auch in den Wahlkämpfen in Ostdeutschland auftreten.

Der im Kampf um den CDU-Vorsitz unterlegene Friedrich Merz soll Vizepräsident des CDU-Wirtschaftsrats werden. Das sagte die designierte Chefin des Gremiums, Astrid Hamker, der "Bild"-Zeitung. "Ich habe mit Friedrich Merz gesprochen. Er ist bereit, als Vizepräsident des Wirtschaftsrates zu kandidieren", sagte Hamker. "Ich schlage ihn unseren Gremien am 11. April und dann bei der Bundesdelegiertenversammlung auf dem Wirtschaftstag am 4. Juni vor."

Die Zeitung berichtete weiter, der 63-Jährige werde in seiner neuen Funktion auch in den Landtagswahlkämpfen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg auftreten. Hamker selbst will den bisherigen Präsidenten Werner Bahlsen ablösen, der nicht erneut kandidiert. Sie wird im Fall ihrer Wahl die erste Frau an der Spitze des Wirtschaftsrats.

Positive Resonanz erwartet

Ihren Vorschlag für Merz begründete sie laut "Bild" mit dem großen Rückhalt, den Merz noch immer im Wirtschaftsflügel der Union genieße. Mit seinem Schritt erfülle Merz eine große Erwartungshaltung vieler seiner Anhänger. "Der Wirtschaftsflügel repräsentiert viele der rund 49 Prozent der Delegierten, die Friedrich Merz beim CDU-Parteitag gewonnen hat. Deshalb erwarte ich eine große positive Resonanz. Und alle Spekulationen sind damit eindeutig beendet", sagte Hamker.

Der Wirtschaftsrat der CDU ist ein Verein, der vor allem die Wirtschaftspolitik in Deutschland mit prägen will. So vertritt der Rat die Interessen von Unternehmern gegenüber der Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Seit vergangenem August ist der Wirtschaftsrat allerdings keine Sonderorganisation der CDU mehr, steht der Agenda der Christdemokraten aber weiterhin nahe.

Knappes Ergebnis

Merz hatte beim Parteitag im Dezember das Rennen um den CDU-Vorsitz gegen Annegret Kramp-Karrenbauer knapp verloren. Beide halten aber weiter Kontakt. Zuletzt war bekanntgeworden, dass sich Merz vom Vorsitz des Vereins Atlantik-Brücke zur Pflege der deutsch-amerikanischen Beziehungen zurückzieht. Im Januar sagte Kramp-Karrenbauer zudem, dass Merz sich künftig als Wirtschafts- und Finanzexperte in der Parteiarbeit engagieren werde.

jmw/gri (dpa, afp)

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