Freiburgs neuer OB: Der geschlagene Sieger | Aktuell Deutschland | DW | 06.05.2018
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Deutschland

Freiburgs neuer OB: Der geschlagene Sieger

Mit einem gewalttätigen Zwischenfall endete der Triumph des neu gewählten Oberbürgermeisters der Stadt Freiburg. Der bisherige Amtsinhaber von den Grünen hatte dort von der Mehrheit der Bürger eine Klatsche bekommen.

Oberbürgermeisterwahl in Freiburg (picture-alliance/dpa/P. Seeger)

Mit Eisbeutel nach dem Angriff: Martin Horn

Der neue Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) ist kurz nach seinem Wahlsieg angegriffen und verletzt worden. Der 33-Jährige wurde bei seiner Wahlparty am Sonntagabend attackiert. Man habe einen 54 Jahre alten Tatverdächtigen vorläufig festgenommen, erklärte ein Polizeisprecher. Horn sei ins Gesicht geschlagen worden. Die Folge: ein ausgeschlagener Zahn und eine Wunde unter dem Auge. Horn sei zur weiteren Abklärung in ein Krankenhaus gebracht worden, so die Polizei weiter. Hintergründe der Tat sowie das Motiv des Angreifers seien noch nicht bekannt. Er sei jedoch bereits durch mehrere Vorfälle in der Vergangenheit als psychisch auffällig in Erscheinung getreten, hieß es.

Nach 16 Jahren abgewählt

Der Newcomer hatte bei der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag gesiegt und wird nun zum 1. Juli Nachfolger des Grünen-Politikers Dieter Salomon. Dieser war nach 16 Jahren im Amt abgewählt worden. Die Mehrheit entschied sich für den Sozialwissenschaftler Horn, den der bisherige Rathaus-Chef im Wahlkampf "Praktikant" genannt hatte. Ein Beispiel, warum der deutlich bekanntere Salomon zuletzt nach Ansicht von Beobachtern als abgehoben und arrogant wahrgenommen wurde.

Oberbürgermeisterwahl in Freiburg (picture-alliance/dpa/P. Seeger)

Vorbei! Dieter Salomon tritt von der Stadtspitze ab

Horn ist nach eigenen Angaben der jüngste Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt. Er erreichte nach Angaben der Stadtverwaltung 44,2 Prozent der Stimmen. Salomon kam lediglich auf 30,7 Prozent. Im Wahlkampf war Horn von der SPD unterstützt worden.

Dieter Salomon war erster grüner Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt. Der 57-Jährige hatte bereits vorab angekündigt, im Falle einer Wahlniederlage in den Ruhestand zu gehen. "Für mich beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt", sagte er am Wahlabend. Nach vielen Jahren als Berufspolitiker verlasse er nun seine politischen Ämter. Es sei ihm nicht gelungen, die Mehrheit der Wähler zu überzeugen.

Oberbürgermeisterwahl in Freiburg Martin Horn Wahlsieger (picture-alliance/dpa/P. Seeger)

Dem jungen Mann flogen die Sympathien in Freiburg zu

Aus Sindelfingen nach Freiburg

Martin Horn arbeitete bislang als Europa- und Entwicklungskoordinator bei der Stadt Sindelfingen. Er hatte sich bereits im ersten Wahlgang vor Salomon an die Spitze gesetzt. Das Wahlergebnis kann auch als Schlappe für die Grünen und die CDU gewertet werden. Denn beide Parteien hatten sich für Salomons Wiederwahl stark gemacht. Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei 51,7 Prozent. Freiburg ist mit rund 230.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt in Baden-Württemberg.

ml/wa (dpa, afp)

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