Franziskus nennt Homosexualität ″eine Mode″ | Aktuell Welt | DW | 01.12.2018
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Religion

Franziskus nennt Homosexualität "eine Mode"

Papst Franziskus ist wegen Homosexueller in der Kirche in großer Sorge. Das katholische Hilfswerk Misereor präsentiert eine Ausstellung über Homosexualität. Beides zeigt, wie die Katholiken um eine Haltung ringen.

"In unseren Gesellschaften scheint es gar, dass Homosexualität eine Mode ist, und diese Mentalität beeinflusst auf gewisse Weise auch die Kirche", sagte Papst Franziskus für ein Interview-Buch, das am Montag erscheint. Dass es in der katholischen Kirche homosexuelle Priester und Ordensleute gebe, sehe er mit Sorge, "weil man damit an einem bestimmten Punkt vielleicht nicht gut umgegangen ist". Es sei eine "sehr ernste Angelegenheit". Menschen mit "dieser tiefverwurzelten Tendenz" sollten nicht in Seminaren zugelassen werden.

Homosexuelle Priester, Ordensmänner und -frauen müssten angehalten werden, "den Zölibat umfassend zu leben" und mit ihrer Sexualität "voll verantwortlich" umzugehen, sagte der Papst; und weiter: "Es ist besser, dass sie das Priesteramt oder das Ordensleben aufgeben, als ein Doppelleben zu führen."

Im August hatte Franziskus mit einem Plädoyer für die psychiatrische Behandlung homosexueller Kinder für Empörung gesorgt. Der Vatikan zog die umstrittenen Äußerungen später zurück. Doch so eindeutig Franziskus die Homosexualität auch ablehnt, so sehr spricht er sich immer wieder gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben aus.

Rom Papst Franziskus (picture-alliance/AP Photo/G. Borgia)

Papst Franziskus

"Glaube und Liebe nicht trennen"

In der Bischöflichen Akademie Aachen zeigt das katholische Hilfswerk Misereor zurzeit eine Ausstellung mit dem Titel "Verschaff mir Recht". Die Schau wurde von der Initiative "Homosexuelle und Kirche" konzipiert und soll "zur Wahrung der Würde und Rechte von Lesben, Schwulen und Bi- und Transsexuellen beitragen", wie Markus Büker, der bei Misereor für theologische Grundsatzfragen zuständig ist, dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Homophobie werde kulturell, gesellschaftlich, aber auch religiös begründet. Deshalb brauche die Kirche "eine inklusive und diverse Theologie", sagte Büker. "Glaube und Liebe dürfen nicht getrennt werden, das muss für alle zusammengehen können."

In den Räumen der Bischöflichen Akademie werden Personen aus unterschiedlichen Ländern vorgestellt, die über ihre Erfahrungen als Lesbe, Schwuler oder Transsexuelle berichten. "Wir setzen uns bisher für die Rechte verschiedener Gruppen ein wie Bauern, Frauen und Flüchtlinge, aber nicht für Homosexuelle. Das möchten wir ändern", sagte Büker. "Gutes Leben für alle ist nicht möglich, wenn wir eine Gruppe ausgrenzen."

rb/sti (dpa, epd, kna)

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