Französischer Polizist erliegt nach Geiselnahme seinen schweren Verletzungen | Aktuell Europa | DW | 24.03.2018
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Islamistischer Anschlag in Frankreich

Französischer Polizist erliegt nach Geiselnahme seinen schweren Verletzungen

Der Gendarm hatte sich gegen eine Geisel eintauschen lassen und war von dem Angreifer angeschossen worden. Jetzt erlag er seinen schweren Verletzungen. Sein Mut wurde von höchster Stelle gewürdigt.

Frankreichs Innenminister Gérard Collomb rühmte den Mut des verstorbenen Polizisten in einer Twitter-Botschaft: "Frankreich wird niemals sein Heldentum, seine Tapferkeit und sein Opfer vergessen", schrieb Collomb.

Bereits am Freitag hatte Staatschef Emmanuel Macron den Einsatz des Beamten gewürdigt: "Er hat Leben gerettet und seinen Kollegen und seinem Land Ehre erwiesen", sagte er.

Frankreich Paris - Emmanuel Macron hält Ansprache bezüglich der Geiselnahme in einem Supermarkt in Trebes (Reuters/P. Wojazer)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Der 45-jährige Arnaud Beltrame hatte sich bei der Geiselnahme in der südfranzösischen Kleinstadt Trèbes durch einen mutmaßlichen Islamisten freiwillig gegen Geiseln eintauschen lassen. Als er sich allein mit dem Täter, einem 26-jährigen Marokkaner, in dem Supermarkt befand, schoss dieser aus bislang ungeklärten Gründen auf ihn und verletzte ihn lebensgefährlich. Daraufhin stürmte die Polizei das Gebäude.

Polizeibekannter Täter

Durch den Tod des Gendarmen erhöht sich die Zahl der Toten auf vier. Der Angreifer hatte am Freitag in der Region Carcassonne zunächst ein Auto gestohlen und einen der Insassen getötet, ehe er in dem Supermarkt in Trèbes einen Mitarbeiter und einen Kunden erschoss.

Der Polizei zufolge rief der Täter dabei "Allahu Akbar" (Gott ist groß") und bezeichnete sich als "Soldat" der Terrormiliz "Islamischer Staat". Er soll gesagt haben, dass er bereit sei, für Syrien zu sterben, und dass er die Freilassung inhaftierter "Brüder" wie Salah Abdeslam fordere, des einzigen überlebenden Attentäters der Anschläge von Paris im November 2015 mit mehr als 130 Toten.

Hinweise auf IS-Miliz gefunden

Bei einer Hausdurchsuchung fanden Ermittler inzwischen weitere konkrete Hinweise auf die Terrormiliz IS. Dabei handelt es sich um digitale Datenträger und handschriftliche Aussagen mit Anspielungen auf den IS, wie der Deutschen Presse-Agentur in Paris aus Justizkreisen bestätigt wurde. Nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP erinnere das Geschriebene an ein Testament. 

In dem Supermarkt, in dem die Geiseln genommn wurden, entdeckten die Ermittler drei selbst gemachte Sprengsätze. Aus Justizkreisen verlautete, man habe am Tatort in dem Örtchen Trèbes auch eine Pistole vom Kaliber 7,65 und ein Jagdmesser entdeckt.

Der Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins sagte, der Angreifer sei den Sicherheitsbehörden bekannt gewesen und wegen seiner Verbindungen zur Salafisten-Szene in einer Datei mit mutmaßlichen islamistischen Gefährdern geführt worden. Zuvor hatte Innenminister Collomb gesagt, der Attentäter sei lediglich als Kleinkrimineller und wegen Drogendelikten auffällig geworden.

Zwei Festnahmen 

Wie die Polizei am Samstag mitteilte, wurde im Zusammenhang mit der Geiselnahme eine weitere Person festgenommen. Dabei handelt es sich demnach um einen 17-Jährigen, mit dem der Täter befreundet gewesen sei. Kurz nach der Tat hatte die Polizei am Freitag bereits eine Frau festgenommen, die mit dem Geiselnehmer zusammenlebte.

Jetzt überprüfen die Ermittler, ob die Festgenommenen in das Verbrechen des Geiselnehmers verwickelt waren. Innenminister Collomb hatte erklärt, die Polizei gehe davon aus, dass der 2016 und 2017 wegen Verbindungen zu Salafisten von den Sicherheitsdiensten beobachtete Täter allein gehandelt habe.

mak/ie/kle (ape, afp, dpa)

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