Frankreichs Traum vom Heimsieg bei der Tour de France lebt weiter | Sport | DW | 26.07.2019
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Fans hoffen auf Heimsieg

Frankreichs Traum vom Heimsieg bei der Tour de France lebt weiter

Julian Alaphilippe oder Thibault Pinot? Im Gesamtklassement der Tour de France sind zwei Franzosen ganz vorne mit dabei. Die Euphorie bei den Fans steigt, und auch der französische Präsident lässt sich anstecken.

Tour de France | Französische Fans an der Strecke (AFP/A.-C. Poujoulat)

Egal wohin die Tour kommt, am Straßenrand feuern euphorische Fans Alaphilippe an

Der kleine Wintersportort Valloire platzt aus allen Nähten. Radsportfans aus aller Welt versammeln sich an der Strecke der 18. Etappe der Tour de France. Cafes, Bars und Restaurants sind bunt geschmückt. Überwiegend natürlich in den Nationalfarben der Franzosen. Auch Albert und seine Familie haben sich gut vorbereitet. Sie sind am frühen morgen aus Grenoble angereist und haben sich einen Platz kurz vor der Ziellinie gesichert. "Seit 10 Uhr sind wir hier", erzählt der Radsportfan während seine Tochter Anna unter einem großen Regenschirm hervorkommt.

Die Sonne strahlt und hat das Thermometer bis auf 38 Grad Celsius steigen lassen. Die Laune ist ausgelassen, die Vorfreude auf das Finale der ersten Alpenetappe steigt von Minute zu Minute. "Letztes Jahr sind wir Fußball-Weltmeister geworden, in diesem Jahr wollen wir die Tour de France gewinnen", sagt Albert euphorisch. "Julian Alaphilippe und Thibaut Pinot sind gut drauf und können beide gewinnen." 

Macron: "Das wäre ein historischer Tag" 

Fans Tour de France in Valloire (DW/T. Klein )

Tour-Fan Albert (m.) am Zielkanal in Valloire: spürbare Euphorie

Ein französischer Fahrer ganz oben auf dem Podest in Paris? Zuletzt gelang das Bernard Hinault vor 34 Jahren. "Es ist eine neue Zeitrechnung. Jetzt haben wir Alaphilippe, Pinot oder auch Romain Bardet", erklärt Dominic, der neben Albert sein (Fan)-Lager aufgebaut hat. "Es ist gut, junge Sportler zu haben, sie sind gute Vorbilder für unsere Kinder", ergänzt er. Das endlich mal wieder ein Franzose die prestigeträchtige Rundfahrt gewinnen könnte hat sogar Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angesteckt. "Das wäre ein historischer Tag", so das Staatsoberhaupt. "Ich wünsche mir, dass einer von beiden das Gelbe Trikot auf die Champs-Élysées bringt und der andere Zweiter wird." 

Nur ein kurzer Schockmoment

Tour de France - Julian Alaphilippe (Getty Images/M. Bertorello)

Alaphilippe musste leiden: "Eine schreckliche Etappe, wie erwartet."

Während Albert und seine Familie versuchen die eigene Körpertemperatur mit kühlen Getränken weiter auf einem aushaltbaren Level zu halten, kämpfen Alpahilippe und Pinot am zweiten Berg, dem Col d’Izoard, um wichtige Plätze. "Ich glaube nicht, dass sich die Tour heute entscheidet", sagt Dominic. "Sie werden ihre Kräfte noch etwas sparen für die kommenden beiden Etappen." Das Rennen verfolgen die Fans auf einer der großen Leinwände, die an der Strecke aufgebaut sind. Als Alaphilippe beim Anstieg zum Col du Galibier kurz abreißen lassen muss, werden Albert und die anderen ein wenig nervös. Nachdem sich der 27-jährige Quickstep-Fahrer aber wieder an die Favoritengruppe herankämpft beruhigen sich die Gemüter schnell.

In der Abfahrt zeigt der Franzose dann seine ganze Qualität und lässt seine Fans jubeln. "Julian, Julian"-Rufe hallen die engen Straßen entlang. Kurz darauf rollt als Erster der kolumbianische Bergspezialist Nairo Quintana an ihnen vorbei, der sich den Tagessieg sichert. Alaphilippe überquert gut fünf Minuten danach die Ziellinie, gemeinsam mit den anderen Favoriten. Er behält das Gelbe Trikot mit 90 Sekunden Vorsprung auf Egan Bernal. Der junge Ineos-Fahrer macht aber ein paar Sekunden gut und schiebt sich an seinem Teamkollegen Geraint Thomas vorbei auf Rang zwei. "Wir sind sehr zufrieden", fasst Albert den Tag zusammen. Ein französischer Erfolg ist auch nach der 18. Etappe immer noch möglich. "Ein Tour-Sieg würde uns sehr stolz machen", sagt er. "Es wäre ein Erfolg für die ganze Nation, wir wären sehr glücklich."

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