Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy in Polizeigewahrsam | Aktuell Europa | DW | 20.03.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Frankreich

Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy in Polizeigewahrsam

Der frühere französische Staatschef wird wegen einer Affäre um illegale Wahlkampfspenden in Nanterre von Anti-Korruptions-Ermittlern vernommen. Es ist das erste Mal, dass Nicolas Sarkozy zu den Vorwürfen befragt wird.

Mehrere Medien berichteten unter Berufung auf Ermittlerkreise von dem Verhör in Nanterre bei Paris, für das der Ex-Präsident vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen wurde. Der Polizeigewahrsam zum Zweck der Befragung könne nach französischem Recht bis zu 48 Stunden dauern, meldete die Tageszeitung  "Le Monde".

Justiz ermittelt seit 2013

Der Vorwurf der illegalen Wahlkampffinanzierung steht seit Jahren im Raum. Der Staatspräsident der Jahre 2007 bis 2012 soll seinen Wahlkampf vor elf Jahren auch mit Geld aus Libyen finanziert haben. Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte dazu im April 2013 ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Konkret gehen die Untersuchungsrichter dem Verdacht nach, dass der Präsidentschaftswahlkampf des konservativen Politikers im Jahre 2007 von Libyens damaligem Machthaber Muammar al-Gaddafi mitfinanziert wurde.

Ein Geschäftsmann hatte in einem Interview dem Nachrichtenportal "Mediapart" gesagt, er habe Ende 2006 oder Anfang 2007 mehrere - vom libyschen Regime vorbereitete - Koffer mit insgesamt fünf Millionen Euro ins französische Innenministerium gebracht. Ermittler untersuchen Behauptungen, dass das Gaddafi-Regime Sarkozy im Jahr 2007 insgesamt sogar 50 Millionen Euro für die Kampagne zur Verfügung gestellt hat. Noch als Präsident nannte Sarkozy die Vorwürfe "grotesk".

Im Präsidentschaftswahlkampf 2007 hatte sich Sarkozy gegen die sozialistische Kandidatin Ségolène Royal durchgesetzt. Bis 2012 stand er an der Staatsspitze. Bei den Präsidentschaftswahlen 2017 strebte Sarkozy wieder die Spitzenkandidatur für die französischen Konservativen an, unterlag aber in der Vorwahl François Fillon. Daraufhin kündigte der 63-Jährige seinen Rückzug aus der Politik an.

qu/kle (afp, dpa, rtr, APE)

Die Redaktion empfiehlt