Frankfurter Blamage und Wolfsburger Tölpelei | Sport | DW | 09.08.2021
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DFB-Pokal, 1.Runde

Frankfurter Blamage und Wolfsburger Tölpelei

Die erste DFB-Pokalrunde ist fast beendet. Wieder sind Bundesligisten gegen niederklassige Teams auf der Strecke geblieben. Ein besonders kurioses "Eigentor" erzielt dabei der VfL Wolfsburg.

DFB Pokal | SV Waldhof Mannheim - Eintracht Frankfurt

Frankfurts Lucas Silva Melo kann nicht glauben, in der ersten Pokalrunde ausgeschieden zu sein

Es bleibt der Kampf Klein gegen Groß, Jahr für Jahr. Das Establishment aus der Bundesliga im direkten Vergleich mit den vielen übrigen Vereinen aus den unteren Spielklassen: Von 2. Bundesliga bis hinunter in die viertklassige Regionalliga oder sogar noch tiefer wird der DFB-Pokal ausgespielt. Zum sportlichen Glanz gibt es für jeden Klub auch noch für jede zusätzlich erreichte Pokalrunde eine ordentliche Finanzspritze. Gerade in Corona-Zeiten ist dies eine besonders willkommene Zusatzeinnahme für jeden Klub. Die große Mehrzahl der Bundesligisten setzte sich - wenn auch manchmal äußerst knapp - in der Auftaktrunde des Pokals durch.

Aber auch dieses Mal gab es Überraschungen, die im Vorfeld wohl niemand für möglich gehalten hätte. Ein paar Underdogs waren wieder einmal zu gut für die haushohen Favoriten - oder die Topklubs stellten sich auf kuriose Weise selbst ein Bein. 

Frankfurt mit verkorkstem Saisonstart

Hart getroffen hat es dieses Mal Eintracht Frankfurt. Die Hessen wurden in der Vorsaison Tabellenfünfter und qualifizierten sich direkt für die Europa League. Im Pokal musste die Eintracht bei Drittligist Waldhof Mannheim antreten, eigentlich eine lösbare Aufgabe. Doch sie erlebte dort ein blaues Wunder. "Wir werden mit uns hart ins Gericht gehen und das Spiel analysieren. Wir müssen jetzt die Ärmel hochkrempeln", sagte Oliver Glasner nach der schwachen Leistung und dem blamablen 0:2. Der neue Coach der Eintracht räumte dann noch ein: "Der Sieg von Mannheim war verdient, so ehrlich müssen wir sein." Der Saisonstart ist für die Eintracht schon jetzt verkorkst. 

Tief enttäuschte Fürther

SV Babelsberg 03 v SpVgg Greuther Fürth - Stefan Leitl

Fürth-Trainer Stefan Leitl will sich nicht lange mit der Pokalpleite aufhalten

Auch Bundesligaaufsteiger Greuther Fürth ist mit einem herben Rückschlag in die Saison gestartet. "Wenn du in der ersten Pokalrunde beim Regionalligisten ausscheidest, nimmst du nix Positives mit", sagte Fürth-Trainer Stefan Leitl tief enttäuscht. Im Karl-Liebknecht-Stadion des SV Babelsberg 03 hieß es am Ende 4:5 nach Elfmeterschießen. Nach der Verlängerung hatte es 2:2 gestanden. Aber wie sollen die Fürther nun in der Bundesliga bestehen? "Mir muss keiner kommen und von Stimmungsschwankungen reden", sagte Leitl. "In meiner Mannschaft sind wenige Spieler, die schon in der ersten Liga gespielt haben. Da ist die Freude einfach groß, sich in der Liga zu präsentieren. Und da ist eine Eigenmotivation garantiert." Fürth beginnt die Bundesligasaison am kommenden Samstag beim VfB Stuttgart

Kurioser Wechselfehler von Trainer Mark van Bommel

DFB Pokal | Preußen Münster v VfL Wolfsburg

Wolfsburg-Trainer Mark van Bommel (2.v.l.) wechselt Admir Mehmedi (3.v.l.) und Sebastian Bornauw (r.) ein

Eine ganz besondere und auch kuriose Rolle spielte der VfL Wolfsburg in dieser ersten Pokalrunde. Neu-Trainer Mark van Bommel traf in seiner ersten Pflichtspiel-Partie eine Entscheidung, die seinen Klub noch teuer zu stehen kommen kann. Bei Regionalligist Preußen Münster stand es 1:1 in der Verlängerung, als der Bundesligist mit Sebastiaan Bornauw und Admir Mehmedi den fünften und den sechsten Spieler einwechselte. Dabei sind laut den Statuten des Deutschen Fußball Bundes (DFB) nur fünf Wechsel während einer Pokal-Partie erlaubt. Wenig später war Bornauw maßgeblich am Treffer zur 2:1-Führung in der Verlängerung beteiligt. Endstand 3:1 für den VfL.

Nach einiger Bedenkzeit legte Preußen Münster tags darauf Protest gegen die Spielwertung ein. "Mit dem unzulässigen Wechsel hat unser Gast das Spiel zu unseren Ungunsten entscheidend beeinflusst. Nun stehen wir in der Verantwortung denen gegenüber, die diesen Klub, der wie viele andere auch vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen steht, unterstützen und ihm die Treue halten", erklärte Münsters Sportdirektor Peter Niemeyer.

Das DFB-Sportgericht wird sich nun mit dem Fall befassen und um Stellungnahmen der Beteiligten bitten. Schiedsrichter Christian Dingert wird sich zu der Frage äußern müssen, warum er den VfL Wolfsburg nicht auf den Wechselfehler hinwies. Die Vorgaben des DFB sehen das vor. Ob das Spiel wiederholt wird oder zu wessen Gunsten entschieden wird, wird sich in den nächsten Tagen erweisen.  

Noch ist die erste Pokalrunde nicht ganz abgeschlossen. Am 25. August empfängt der Oberligist (5. Liga) Bremer SV, der einige Corona-Infektionen zu beklagen hatte, im Nachholspiel den FC Bayern München. Allerdings ist nur schwer vorstellbar, dass es bei dieser Partie David gegen Goliath eine weitere Überraschung in diesem Wettbewerb geben wird.