Frag mal deine Oma | Deutschlehrer-Info | DW | 20.05.2014
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Deutschlehrer-Info

Frag mal deine Oma

Kenia, Chile, China, Belarus, Brasilien und Deutschland sind Länder, die Diktaturen waren oder noch sind. Um zu erfahren, was das für die darin lebenden Menschen bedeutet, haben DW-Volontäre ihre Großmütter befragt.

Wie kommen Menschen damit zurecht, in einer Diktatur leben zu müssen? Was haben politische Veränderungen für ihr Leben und ihre Familie bedeutet? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, hat eine Gruppe von DW-Volontären im Projekt „Meine Oma, das Regime und ich“ ihre Großmütter in Kenia, Chile, China, Belarus, Brasilien und Deutschland befragt. Herausgekommen sind dabei sehr persönliche Erfahrungsberichte, die sich auch für den Einsatz im Unterricht eignen.

Oma Alevtina aus Belarus zum Beispiel hat nie darüber nachgedacht, ob sie in einer Diktatur lebt oder nicht. Sie kann auch nicht verstehen, warum es politische Proteste gegen die Regierung gibt. Für Alevtina war immer nur eins wichtig: Dass ihre Familie genug zu essen hat. Und dafür hat sie ihr Leben lang hart gearbeitet. Oma Pia aus Leipzig hat gleich zwei Diktaturen erlebt: zuerst die Nazi-Diktatur in ihrer Kindheit, danach das DDR-Regime. Ihre persönliche Überlebensstrategie in der DDR war, sich mit dem Regime abzufinden. Ihr Lebensmotto ist auch heute noch „Man muss zufrieden sein.“

In diesem Projekt spielt zwar die Oma die zentrale Rolle – als Zeitzeugin, starke Frau, Symbolfigur und Schutzengel in einem –, aber nicht nur sie selbst kommt zu Wort, sondern auch ihre Kinder und andere Verwandte. Zusätzliche Hintergrundtexte informieren über die geschichtlichen Ereignisse, die das Leben der Familien beeinflusst haben. Darüber hinaus erfahren die Nutzer, wie die einzelnen Interviews zustande gekommen sind. Sie können durch interaktive Tagebücher der Volontäre blättern, in ihren Notizen stöbern, Familienfotos betrachten und erfahren, was vor und nach den Dreharbeiten mit der Verwandtschaft so alles passiert ist.

Für den Deutschunterricht bietet „Meine Oma, das Regime und ich“ nicht nur die Möglichkeit, sich intensiver – und persönlicher – mit dem Thema Diktatur im Allgemeinen oder mit der jüngeren deutschen Geschichte im Speziellen auseinanderzusetzen. Es kann auch als Anregung dienen, ein ähnliches Projekt mit den Schülern durchzuführen. Denn Großmütter und andere ältere Menschen haben immer viel zu erzählen – auch wenn sie aus einem Land kommen, in dem es keine diktatorischen Strukturen gibt oder gab.

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