Finnland meldet zwei Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets | Aktuell Europa | DW | 07.10.2016
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Aktuell Europa

Finnland meldet zwei Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets

Gleich zweimal sollen russische Kampfflugzeuge am Donnerstag über finnisches Hoheitsgebiet geflogen sein. Die Zwischenfälle ereigneten sich kurz vor einem militärisch bedeutsamen Termin mit den USA.

Verteidigungsminister Jussi Niisto sagte der Nachrichtenagentur Reuters, man nehme die beiden Zwischenfälle sehr ernst. "Zwei mutmaßliche Verletzungen des Luftraumes an einem Tag sind außergewöhnlich", so der Politiker. Finnland habe mit den Untersuchungen dazu begonnen.

Den Informationen zufolge sind am Donnerstag zwei unterschiedliche russische Maschinen vom Typ Suchoi SU-27 unerlaubterweise in den finnischen Luftraum über der Ostsee geflogen. In einer Stellungnahme zum ersten der beiden Zwischenfälle, der eine Minute gedauert haben soll, wies die Regierung in Moskau die Vorwürfe zurück. "Das Flugzeug hat seine Route während des Fluges nicht verlassen, so wird es auch durch die Daten im Flugüberwachungssystem bestätigt", teilte das russische Verteidigungsministerium laut der Nachrichtenagentur RIA mit. Es fügte noch hinzu, dass sich die Maschine auf einem Übungsflug befunden habe.

Kein zufälliger Zwischenfall?

Die mutmaßlichen Verletzungen des Luftraumes ereigneten sich unmittelbar vor der Unterzeichnung eines Abkommens zwischen Finnland und den USA über eine engere Zusammenarbeit in der Verteidigungspolitik zwischen beiden Ländern.

An diesem Freitag wird der Vize-US-Verteidigungsminister, Robert Work, in der Helsinki einen Kooperationsvertrag mit Finnland unterzeichnen, in dem es vor allem um militärische Ausbildung und den Austausch von Informationen geht. Direkte militärische Unterstützung ist darin nicht vorgesehen.

Immer wieder "Vorfälle"

Finnland hat sich in der Vergangenheit immer wieder darüber beschwert, dass russische Kampfflieger seinen Luftraum verletzten. Besonders seit Beginn des Ukraine-Konflikts im Jahr 2014 haben sich die Zwischenfälle gehäuft. So flogen zwei russische Jets im April dieses Jahres simulierte Angriffe auf einen US-Zerstörer auf der Ostsee.

Das militärisch zu keinem Bündnis gehörige Finnland hat eine mehr als 1300 Kilometer lange Grenze zu Russland. Angesichts der Militäraktivitäten des Nachbarlandes in der Region hat Helsinki in letzter Zeit seine verteidigungspolitische Zusammenarbeit mit Schweden verstärkt und engere Beziehungen zur NATO entwickelt.

mak/stu (rtr)