Filmikone und Leinwandrebell: James Dean wäre heute 90 | Filme | DW | 08.02.2021
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Kino-Legende

Filmikone und Leinwandrebell: James Dean wäre heute 90

Die Rolle des jugendlichen Rebellen ließ James Dean in den 1950er Jahren zur Ikone des US-Kinos werden. Doch die Karriere war kurz, das Ende tragisch.

Was genau bei dem Unfall passierte, ist bis heute nicht genau geklärt. Nur das Datum steht fest: Am 30. September 1955 ist der Schauspieler mit einem Freund, dem Mechaniker und Rennfahrer Rolf Wütherich aus Deutschland, auf dem Highway 46 in Kalifornien unterwegs. Die beiden sind auf dem Weg zu einem Autorennen. James Dean will mit seinem Porsche am nächsten Tag antreten. Er sitzt auch jetzt am Steuer.

Es dämmert schon und die Sonne steht tief über dem Highway. An einer Kreuzung taucht plötzlich ein Ford auf und nimmt den beiden die Vorfahrt. Deans Auto fährt deutlich zu schnell. Erst am Nachmittag hatte ihn eine Polizeistreife wegen Geschwindigkeitsüberschreitung verwarnt. Er kann nicht mehr ausweichen. Das andere Fahrzeug erwischt seinen Wagen in voller Wucht auf der Höhe der Fahrertür. Deans Porsche wird von der Straße geschleudert.

Unfallauto von James Dean

Tragisches Ende einer Karriere: der Porsche von James Dean nach dem Unfall

Von dem silbernen Spyder 550 bleibt nicht mehr als ein Schrotthaufen übrig. Der junge Schauspieler erleidet einen Genickbruch, sein Brustkorb ist völlig eingedrückt. Der erst 24-jährige Dean stirbt noch an der Unfallstelle. Sein Beifahrer wird durch den Aufprall aus dem Cabrio rausgeschleudert und überlebt schwer verletzt. 

Jähes Ende einer großen Karriere

Geboren wird James Byron Dean am 8. Februar 1931. Er wächst im US-Bundesstaat Indiana auf, später zieht die Familie nach Kalifornien. Schon als Kind mag er Kunst und Musik. Er lernt Geige zu spielen, töpfert künstlerische Dinge und liebt Stepptanz. Sein Traum ist es, einmal Schauspieler zu werden und auf der Leinwand wilde Abenteuer zu bestehen.

Kinderfoto von James Dean

Kinderfoto aus glücklichen Tagen: der kleine James Byron Dean

Im Alter von neun Jahren stirbt James Deans Mutter - an Krebs. Der strenge Vater gibt den Jungen in die Obhut seiner Tante und der Großmutter aufs Land. Dort sitzt er stundenlang allein vorm Radio und flüchtet sich in Geschichten, die ihn in andere Welten entführen. Erst die Theater-AG in der Schule holt ihn aus dieser Tiefphase heraus.

Er ist fasziniert von schnellen Motorrädern, Sportwagen und Autorennen. Aber auf den Führerschein muss er noch warten: "Mein Hobby ist das Motorrad", berichtet er seinem Schulleiter in einem Brief. "Ich weiß viel über die Mechanik und ich liebe es zu fahren. Ich habe ein paar Rennen bestritten. Und bin gut gefahren."

Schauspielschule in New York

Nach der High School zieht er zu seinem Vater nach Los Angeles. Die Kinos dort und die Studios im nahen Hollywood interessieren ihn brennend. 1949 schreibt er sich am Junior College von Santa Monica in Kalifornien ein - auf Rat des Vaters wählt er das Fach Jura. Aber Rechtswissenschaften sind nicht seine Sache: Lieber besucht er Seminare in Theaterwissenschaften. Nebenbei nimmt er privaten Schauspielunterricht.

BG James Dean | East of Eden

Als junger Schauspieler spielt Dean anfangs am Broadway Theater

Sein Studium finanziert sich der ruhelose Nachwuchsschauspieler mit wechselnden Jobs als Tellerwäscher, Parkwächter  und Platzanweiser. In den CBS-Rundfunkstudios ergattert er kleinere Sprechrollen. 1951 erhält er endlich seine erste Filmrolle: In Samuel Fullers Kriegsdrama "Der letzte Angriff". Im Abspann taucht sein Name allerdings nicht auf.

Das alles reicht dem ehrgeizigen jungen Mann nicht. Er schmeißt schließlich das Jura-Studium hin und zieht an die Ostküste nach New York. Doch die Lebensrealität in einer brodelnden Millionenstadt ist alles andere als romantisch, sondern hart und mühevoll. James Dean hat Glück, er bekommt einen der begehrten Plätze in den Kursen von Lee Strasbergs "Actors Studio". Wer dort eine Ausbildung erhält, hat es geschafft, heißt es. Doch der Erfolg lässt auf sich warten.

Schauspieler James Dean wird von drei Männern festgehalten

Sein erster großer Kinofilm: James Dean (Mitte) in "Jenseits von Eden" (1955)

Welterfolg mit "Jenseits von Eden"

Der junge Dean spricht für diverse Rollen am Broadway vor. Am 8. Februar 1954, seinem 23. Geburtstag, hat er die erste Premiere - im renommierten Royal Theatre. Im Publikum sitzt Hollywood-Regisseur Elia Kazan, der das Talent des jungen Schauspielers sofort erkennt.

Kazan - Oscar-Preisträger und einer der berühmtesten amerikanischen Regisseure seiner Zeit - gibt James Dean die Hauptrolle in seinem nächsten Film "Jenseits von Eden", der einen Teil des Romans von John Steinbeck als Vorlage für das Drehbuch nimmt.

James Dean, mit Hut und Brille, schaut durch eine Kamera| Giganten

Stark kurzsichtig: Der Schauspieler James Dean in einer Drehpause (1955)

Die Besetzung mit dem unerfahrenen jungen Schauspieler ist ein Risiko für Kazan. Aber Dean, selbst noch auf der Suche nach seinem eigenen Weg, trifft als ewig zweifelnder und gegen alle starren Autoritäten rebellierender junger Mann den Nerv der Zeit.

Die Rolle macht James Dean über Nacht berühmt - und bringt ihm eine Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller ein - die er aber tragischerweise nicht mehr erlebt. 1957 wird er nochmal für seinen Auftritt in "Giganten" für einen Oscar nominiert.

Mythos des Rebellen lebt weiter

Der Premiere im März 1955 bleibt er fern, er feiert seinen Erfolg mit dem Kauf seines ersten Porsche. Noch mehr Ausnahmestar in Hollywood wird James Dean mit dem Film "...denn sie wissen nicht, was sie tun" (1955). Seine Filmpartnerin in dem Jugenddrama ist Natalie Wood, Regie führt Nicolas Ray.

BG James Dean | Nicholas Ray und James Dean

James Dean am Set von "Rebel without Cause", hier mit Regisseur Nicolas Ray

Mit dieser Rolle wird er zur Heldenfigur der rebellischen Jugend der 1950er Jahre - nicht nur in den USA. Noch im selben Jahr dreht Dean unter der Regie von George Stevens den Film "Giganten" (1955) - mit Elizabeth Taylor in der weiblichen Hauptrolle. Das monumentale Kino-Epos zementiert den Ruhm von James Dean als charismatischen Ausnahmeschauspieler endgültig. Der Film katapultiert ihn in die erste Reihe der damaligen Hollywood-Stars.

Als die beiden Filme 1956 ins Kino kommen, ist James Dean bereits tot. Posthum wird er mit zwei Oscar-Nominierungen geehrt. Im frühen Alter von 24 Jahren wird er weltweit zu einer Ikone. Seine Art sich zu kleiden, sein Haarschnitt, sein trotziger Blick werden auch Jahrzehnte nach seinem Tod in Fotografie und Mode noch zitiert.

James Dean mit melancholischem Blick

Idol einer ganzen Generation: James Dean

 

Begraben wird James Dean in seiner Heimat Indiana. Die noch mit ihm geplanten Rollen übernimmt der junge Paul Newman, der wie Dean ein Schüler von Elia Kazan und seinem "Method Acting" ist. Heute erinnert ein kleines Museum in Indiana an den weltberühmten Schauspieler. Die Unfall-Kreuzung in Kalifornien wurde in "James-Dean-Memorial-Junction" umbenannt. Noch immer legen Fans aus aller Welt dort Blumen ab.

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