Feuer in Flüchtlingslager auf Lesbos | Aktuell Europa | DW | 29.09.2019
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Griechenland

Feuer in Flüchtlingslager auf Lesbos

Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist völlig überfüllt. Bei einem Brand in dem Lager kam nun nach offiziellen Angaben ein Mensch ums Leben. Flüchtlinge im Camp sprechen sogar von mehr Opfern.

Die Tragödie löste gewaltsame Proteste der Bewohner des Lagers aus. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Aus der Hauptstadt Athen wurden mit Armeehubschraubern zusätzliche Sicherheitskräfte eingeflogen.

Kritik an der Feuerwehr

Flüchtlinge gaben an, dass die Feuerwehr viel zu lange gebraucht habe, bis sie im Lager angekommen sei. "Das Feuer ist mitten im Lager ausgebrochen. Sechs oder sieben Unterkünfte standen in Flammen", sagte der 15-jährige Fedus aus Afghanistan einem Reporter. "Wir haben die Feuerwehr gerufen, aber es dauerte 20 Minuten, bis sie hier war." Die Wut darüber habe die Bewohner zu den Ausschreitungen getrieben.

Nach Aussage der Flüchtlinge gab es bei dem Brand drei Tote. Eine Frau und ihre beiden Kinder seien in den Flammen umgekommen, berichteten sie. Die griechische Polizei und die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen widersprachen dem aber. Es habe ein Todesopfer gegeben, hieß es von beiden Stellen.

Das Lager Moria auf Lesbos steht seit Jahren in der Kritik, da es chronisch überfüllt ist. Nach der Ankunft von 3000 neuen Flüchtlingen im August hatte sich die ohnehin schwierige hygienische Situation in dem inmitten von Olivenhainen gelegenen Zeltlager weiter verschlechtert. Derzeit leben rund 13.000 Menschen in dem Lager, das eigentlich nur für 3000 Personen ausgelegt ist.

haz/nob (afp, rtr, ap)

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