FC Bayern: Lob und Respekt auf allen Kanälen | Sport | DW | 24.08.2020
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Champions League

FC Bayern: Lob und Respekt auf allen Kanälen

Der FC Bayern gewinnt die Champions League und löst in München trotz Corona ein Siegesfeier aus. Auch die internationale Presse verneigt sich vor den Titelträgern. In Paris bricht sich dagegen der Frust der Fans Bahn.

Der Sieg des FC Bayern gegen Paris St. Germain im Champions-League-Finale war selbstverständlich auch für die daheimgebliebenen Fans in München ein Grund zum Feiern. Zum großen Teil geschützt mit Masken oder auch nur einem um den Mund gebundenen Fanschal, oftmals hupend im Corona-sicheren Auto haben Tausende Anhänger des FC Bayern in München den Sieg ihrer Mannschaft und das zweite Triple der Klubgeschichte gefeiert.

Fast schon traditionell fand der Autokorso am späten Sonntagabend auf der Leopoldstraße in der Münchner Innenstadt statt. Auch auf dem Marienplatz, wo die Mannschaft normalerweise mit der frisch gewonnenen Silberware vom Rathausbalkon grüßt, versammelten sich mehrere Hundert Menschen.

Fußball Champions League | Bayern München - Paris Saint-Germain (picture-alliance/dpa/F. Hörhager)

Alle Jahre wieder: Autokorso auf der Leopoldstraße

Dabei wurden zwar nicht immer die geltenden Abstandsregeln eingehalten, die Polizei sprach aber von einer ruhigen Lage. "Es hat sich im Laufe der Nacht dann relativ lautlos aufgelöst", sagte der Sprecher. Um die Leute an die Regeln zu erinnern, seien immer wieder Lautsprecheransagen und gezielte Ansprachen durch die Polizisten erfolgt. Da einige Fans Pyrotechnik abgebrannt hätten, sei es allerdings auch zu vereinzelten Festnahmen gekommen.

Brennende Autos in Paris

In der französischen Hauptstadt kam es dagegen zu Ausschreitungen. Im Anschluss an das Finale zertrümmerten enttäuschte PSG-Anhänger Schaufenster, setzten Fahrzeuge in Brand und verwüsteten Geschäfte. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurden über 150 Personen festgenommen. 

Frankreich Randale in Paris nach Endspiel der Champions League (picture-alliance/dpa/AFP/S. Al-Doumy)

Bittere Bilanz eines verlorenen Endspiels: Zahlreiche Festnahmen und hoher Sachschaden

Die Gewalttätigkeiten ereigneten sich bereits während und nach dem Spiel rund um die PSG-Heimstätte, den Prinzenpark, im Pariser Westen und auf den Champs-Elysees im Zentrum der Stadt. Trotz der Coronavirus-Pandemie hatten 5.000 PSG-Fans die Übertragung des Finales aus Lissabon im Stadion verfolgen können.

"Absolute Vorherrschaft, würdige Sieger"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) twitterte kurz nach dem Schlusspfiff: "Gratulation an den @FCBayern! Gewinn der Champions League krönender Abschluss einer herausragenden Saison!" Dazu stellte er ein Foto von sich mit einem FC-Bayern-Trikot in der Hand, auf dem rund um die Rückennummer 12 zahlreiche Autogramme zu sehen sind. Dabei ist Söder als gebürtiger Nürnberger eigentlich Anhänger des 1. FCN.

Doch auch außerhalb Deutschlands und Bayerns wurde der Erfolg des FC Bayern gewürdigt. Vor allem, dass die Münchner alle Spiele der Champions-League-Saison gewinnen konnten, machte Eindruck. "Für die Bayern ist es der Preis für die absolute Vorherrschaft: Niemand hat es jemals geschafft, alle Champions-League-Spiele zu gewinnen, vom ersten in der Gruppe bis zum letzten", lobt die "Gazzetta dello Sport" in Italien. "Das Finale, das nur stellenweise spektakulär war, hat die Haare von Coman und die Handschuhe von Neuer: Letztendlich waren sie es, die den Unterschied machten."

"Würdiger hätte ein Sieger nicht sein können", formuliert es der Schweizer "Tagesanzeiger". "Die Münchner haben alle elf Partien für sich entschieden und dabei 43 Tore erzielt. Sie sind der erste ungeschlagene Champion seit Manchester United 2007/08." "Bayern herrscht wieder in Europa", heißt es in der spanischen Zeitung "El País". "Die ungewöhnlichste Champions League in der Geschichte, die erste ohne Fans auf der Tribüne, endete mit der alten Fußballordnung, die von den Bayern repräsentiert wurde."

Trauer und Kritk an Neymar

Die französischen Tageszeitungen arbeiten sich dagegen eher an PSG-Superstar Neymar ab. "Neymar war sehr enttäuschend, Neuer gigantisch. Der Brasilianer verfehlte sein Match, während der deutsche Torhüter entscheidend zum Sieg der Bayern gegen PSG beitrug", schreibt die Sportzeitung "L'Equipe".

Fußball Champions League Finale PSG - Bayern München (picture-alliance/dpa/Michael Regan/Getty Images via UEFA)

Untröstlich: PSG-Superstar Neymar konnte dem Finale gegen die Bayern nicht seinen Stempel aufdrücken

"Nach einer anständigen ersten Halbzeit verlor der brasilianische PSG-Star an diesem Sonntag wie sein Team den Halt. Es war nicht sein Finale", ist in "Le Parisien" zu lesen. "Neymar hat seiner Erfolgsbilanz nach seinem Sieg 2015 mit Barcelona keinen weiteren Champions-League-Titel hinzugefügt. Als Symbol für diese Sackgasse hat der brasilianische Star das Spiel in Tränen beendet. Tränen der Traurigkeit und Frustration, die er nicht als einziger vergossen hat."

Die Sieger von 2013 gratulieren

Auf Seiten der Bayern hatten auch zwei Triple-Sieger von 2013 mitgefiebert und sendeten anschließend ihre Glückwünsche via Twitter. "Da ist das Ding! Diesen Pokal habt ihr euch mehr als verdient, @FCBayern - ein unbeschreibliches Gefühl, an das ich Tag für Tag gerne zurückdenke!", schrieb Bastian Schweinsteiger und postete dazu ein Foto von sich mit dem Henkelpott nach dem Sieg gegen Borussia Dortmund in Wembley.

"Was für ein Abend in Lissabon! Gratulation an den @FCBayern zum Gewinn der #UCL! Macht die Nacht zum Tage und bringt den Henkelpott sicher nach München", schrieb Ex-Kapitän Philipp Lahm.

Und Englands Ex-Torjäger Gary Lineker, heute eine Art Fußball-Guru auf Twitter, änderte sogar seine einst festgelegte Fußballregel ab, dass im Fußball am Ende immer die Deutschen gewinnen.

Er twitterte: "Glückwunsch an den FC Bayern! Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Spieler rennen 90 Minuten hinter einem Ball her und am Ende schlagen die Germanen die Germainer ("at the end the Germans beat the Germains").

asz/sw (dpa, SID)

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