FARC-Rebellen geben Militärtraining auf | Aktuell Amerika | DW | 01.10.2015
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Aktuell Amerika

FARC-Rebellen geben Militärtraining auf

Eben erst eine historische Begegnung mit Staatschef Santos - schon wartet der kolumbianische Rebellenführer "Timochenko" mit einer neuen großen Geste auf. Demonstrativ setzt sich die FARC als Friedensbringerin in Szene.

FARC-Rebellen in Kolumbien (Archivbild: dpa)

Abschied von den Waffen: FARC-Rebellen in Kolumbien (Archivbild 2012)

Nach dem Durchbruch bei den Friedensverhandlungen mit der kolumbianischen Regierung wollen die linken FARC-Rebellen künftig auf ihre militärische Ausbildung verzichten. Er habe dem FARC-Apparat den entsprechenden Befehl gegeben, schrieb Anführer Rodrigo Londoño alias "Timochenko" im Kurznachrichtendienst Twitter. Demnach sollen sich die Rebellen nun "der politischen und kulturellen Arbeit" widmen.

Die Nachricht richtete Londoño direkt an Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos. Erst vor acht Tagen war es in der kubanischen Hauptstadt Havanna zu einem historischen Handschlag zwischen "Timochenko" und Santos gekommen. Sie verkündeten dort eine wichtige Einigung: So ist ein eigenes Justizwesen geplant, um den über 50-jährigen Konflikt in dem südamerikanischen Land aufzuarbeiten.

Fahrplan zum Frieden

Bis Mitte März soll ein Friedensvertrag vorliegen. Ab Freitag kehren beide Seiten an den Verhandlungstisch in Havanna zurück, um Einzelheiten festzulegen. So soll es im Rahmen einer Sonderjustiz für geständige Militärs und Guerilleros maximal acht Jahre Gefängnis oder Arrest geben für schwere Verbrechen, die in dem Konflikt verübt worden sind. Bisherige Rebellen sollen die Möglichkeit zur legalen politischen Betätigung erhalten.

Wenn man wirklich Frieden wolle, könne man die Guerrilleros nicht so hart bestrafen, wie mancher sich das wünsche, sagte Präsident Santos der Nachrichtenagentur Reuters. Falls die Rebellen jedoch ihr Wort brächen, werde die Regierung nicht zögern, wieder zum militärischen Kampf zurückzukehren.

Längster Bürgerkrieg des Kontinents

Die kolumbianische Regierung und die FARC verhandeln seit Ende 2012 in Havanna über die Beilegung des längsten Bürgerkriegs in Lateinamerika, dem eine Viertelmillion Menschen zum Opfer fielen. Die einer linken Ideologie folgenden Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) sind die älteste Guerillaorganisation der Region. Sie kontrollierte einstmals große Teile des Landes.

Papst Franziskus hatte im Anschluss an seine jüngste Reise nach Kuba und in die USA die Friedensbemühungen gelobt: "Der Wille ist da, von beiden Seiten. Wir brauchen jetzt das definitive Abkommen." Er habe auch zweimal mit Staatschef Santos darüber gesprochen, sagte das katholische Kirchenoberhaupt: "Der Heilige Stuhl hat geholfen, wie er konnte."

jj/hf (dpa, rtr, twitter)