Fanszene beendet Dialog mit DFB und DFL | Sport | DW | 21.08.2018
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Fußballfans

Fanszene beendet Dialog mit DFB und DFL

Man hat sich offenbar nichts mehr zu sagen: Die organisierten Fußballfans in Deutschland glauben nicht mehr daran, dass Verband und Liga ihre Interessen hören und handeln konsequent.

Fußball DFB-Pokal 2018 Fans Proteste (Getty Images/AFP/D. Roland)

Ein Dorn im Auge der Fußballfans sind die Montagsspiele, die es künftig auch in der 3. Liga geben wird

Kurz vor dem Beginn des Krisengipfels von Deutschem Fußball-Bund (DFB), Deutscher Fußballliga (DFL), Nationalmannschaft und Bundesliga in Frankfurt, wird eines der im deutschen Fußball zu bearbeitenden "Baulöcher" noch ein wenig tiefer: Mit sofortiger Wirkung hat der Zusammenschluss der Fanszenen in Deutschland den Dialog mit dem DFB und der DFL aufgekündigt. Die Fanvertreter begründen diesen Schritt damit, dass sich in den vergangenen Monaten der Eindruck manifestiert habe, "dass der Fußballsport noch weiter seiner sozialen und kulturellen Wurzeln beraubt werden soll, um ihn auf dem Altar der Profitgier von den Verbänden auszunehmen".

Noch engagierterer Protest

Als Beispiele wurden unter anderem die Einführung von Montagsspielen kritisiert, die jetzt auch in der 3. Liga eingeführt wurden, der aus Sicht der Fans weiterhin willkürliche Strafenkatalog des DFB, mangelnde Transparenz bei der Aufarbeitung der WM-Affäre 2006 sowie die "vermeintliche Neuregelung der Regionalligen", die zu einem Glücksspiel umfunktioniert worden sei, genannt. Früher stieg keiner der fünf Regionalliga-Meister direkt auf, sondern durch ein Aufstiegs-Playoff wurden drei Aufsteiger ermittelt. Seit dieser Saison werden nun abwechselnd einzelne Regionalligen bestimmt, in denen der Meister direkt aufsteigt, während die anderen weiterhin eine Ausscheidung spielen müssen. Beide Lösungen empfinden die Fans - und auch viele der betroffenen Vereine - als ungerecht.

"Aus diesem Grund sehen wir keine andere Möglichkeit, als die Gespräche mit sofortiger Wirkung zu beenden und den Protest noch engagierter als zuvor in die Stadien zu tragen", heißt es in der Mitteilung. Eine Reaktion des DFB oder der DFL gab es zunächst nicht.

asz/jhr (sid, dpa)

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