Familie von George Floyd verklagt Polizisten | Aktuell Amerika | DW | 15.07.2020
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Vereinigte Staaten

Familie von George Floyd verklagt Polizisten

Angehörige des gewaltsam getöteten Afroamerikaners haben Klage gegen Minneapolis und vier Ex-Polizisten wegen widerrechtlicher Tötung eingereicht. Die an dem Vorfall Beteiligten hätten Floyds Grundrechte verletzt.

George Floyds Familie (Getty Images/S. Keith)

George Floyds Bruder Terrance (M.) fordert Gerechtigkeit für den Verstorbenen

Knapp zwei Monate nach George Floyds Tod bei einer brutalen Festnahme in Minneapolis wurde die Klage vor einem Bundesgericht in der Stadt im US-Bundesstaat Minnesota eingereicht. Die Angehörigen werfen den vier an dem Vorfall beteiligten Ex-Polizisten darin vor, Floyds Grundrechte verletzt zu haben. Die Stadt Minneapolis wird beschuldigt, die Polizei in einer Kultur von "exzessiver Gewaltanwendung, Rassismus und Straflosigkeit für die Verantwortlichen" gewähren zu lassen.

Anwalt der Familie will Präzedenzfall schaffen

Der Bürgerrechtsanwalt Ben Crump, der die Familie vertritt, erklärte, der Fall müsse "ein Wendepunkt für die Polizeiarbeit in Amerika" sein.  Die Klage zeige, "dass Herr Floyd gestorben ist, weil das Gewicht der gesamten Polizei von Minneapolis auf seinem Hals lag". Die bewusste Gleichgültigkeit der Polizisten habe die Rechte Floyds verletzt.

Es müsse ein Präzedenzfall geschaffen werden, damit Polizisten auch in finanzieller Hinsicht dafür büßen, wenn sie Angehörige von Minderheiten, insbesondere Schwarze, unrechtmäßigerweise töteten, sagte Crump. Die Familie fordere Schadenersatz für Floyds Tod in einer von einer Jury zu bestimmenden Höhe.

Der 46-Jährige war am 25.  Mai bei einem Polizeieinsatz gestorben, nachdem ein Polizist bei einer Festnahme fast neun Minuten auf seinem Hals gekniet hatte. Auch nachdem Floyd mehrfach gesagt hatte, er könne nicht atmen, hatte der Polizist nicht abgelassen. Er ist bereits wegen der Tötung Floyds angeklagt worden. Die anderen drei bei dem Einsatz beteiligten Polizisten sind wegen Beihilfe angeklagt.

Der Tod Floyds hatte in den USA und in anderen Ländern Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ausgelöst. US-Präsident Donald Trump hatte die Gewaltanwendung der US-Polizei gegenüber Schwarzen am Dienstag erneut relativiert. Floyds Tod sei "schrecklich" gewesen, aber es würden in den USA "mehr Weiße" von der Polizei getötet als Schwarze, sagte Trump dem Sender CBS.

qu/wa (rtr, afp, ap)

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