Fair-Trade-Handy geht in Produktion | Aktuell Wirtschaft | DW | 05.06.2013
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Wirtschaft

Fair-Trade-Handy geht in Produktion

Die Vision einer niederländischen Firma wird wahr: 5000 Kunden haben das faire Smartphone vorbestellt. Jetzt kann es in Produktion gehen und wirbelt vielleicht sogar den Smartphone-Markt auf.

Entwurf eines Mobiltelefons von FairPhone. (Foto: FairPhone)

FairPhone Entwurf

“Konsumieren ist ein politischer Akt“, sagt Bas van Abel, der Firmengründer von Fairphone. Er und seine sieben Mitarbeiter wollen Apple und Samsung Konkurrenz machen. Und zwar nicht durch technische Innovationen, sondern durch möglichst transparente Lieferketten und faire Produktionsbedingungen. Nun können die Niederländer die ersten 20.000 Stück ihres Fairphones in Produktion geben, denn 5000 Kunden haben das 325 Euro teure Handy vorbestellt.

Faire Lieferketten und konfliktfreie Rohstoffe

Die Rohstoffe des Handys sollen aus zertifizierten Minen stammen. Für die Produktion eines Smartphones wird eine Vielzahl von Metallen benötigt, die inzwischen häufig als "Konfliktmetalle" bezeichnet werden. Wie der Name schon andeutet, kommen diese Metalle aus Gegenden, in denen Bürgerkrieg herrscht und Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung sind. Auf der Internetseite des Anbieters kann man sich über die Herkunft der Rohstoffe informieren.

Auch unmenschliche Arbeitsbedingungen, die als Ursache für eine Reihe von Selbstmorden beim Apple-Zulieferer Foxconn angesehen werden, sollen beim Fairphone nicht möglich sein. Die Arbeiter in China, die das Handy zusammenbauen, würden über einen Fonds “angemessen“ entlohnt - Ziel sei es, dass sie Gewerkschaften gründeten. Das werde aber noch etwas brauchen.

Das Gute als Kaufanreiz

"Die Menschen investieren in den Wandel und zeigen, dass wir gemeinsam komplexe Lieferketten öffenen und die Art und Weise, wie Produkte hergestellt werden, ändern können", so bewirbt van Abel das Smartphone und er ist nicht alleine mit dem Glauben daran. Die Entwicklung des Handys hat sich über das sogenannte Crowdfunding finanziert. Dabei steuern viele Geldgeber jeweils eine relativ geringe Summe bei und ermöglichen so die Unabhängigkeit des Unternehmens.

Auch technisch soll das Handy auf dem neuesten Stand sein. Es läuft mit dem offenen Betriebssystem Android, hat 16 Gigabyte Speicher und eine Kamera. Es soll lange haltbar sein - und gut wiederzuverwerten. Der Akku ist herausnehmbar und ersetzbar. Ziel sei es, das Telefon eines Tages komplett aus Recycling-Material zu bauen.

nm/mak (afp, epd)