Fünffachmord in Kitzbühel schockiert Österreich | Aktuell Europa | DW | 06.10.2019
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Beziehungstat

Fünffachmord in Kitzbühel schockiert Österreich

Im Nobel-Skiort Kitzbühel hat ein 25-jähriger Mann seine Ex-Freundin, deren Eltern sowie den Bruder und den neuen Freund ermordet - aus Eifersucht. Tatort war ein Einfamilienhaus. Die Ortsgemeinde ist fassungslos.

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Fünf Menschen aus Eifersucht erschossen

"Wir sind alle schockiert und in tiefer Trauer", sagte Bürgermeister Klaus Winkler. Zum Zeichen der Trauer wurde die schwarze Fahne am Rathaus aufgezogen. Die Familie des Opfers, aber auch die Familie des Tatverdächtigen seien im Ort angesehen gewesen. "Das ist noch nie da gewesen, dass eine ganze Familie so tragisch ausgelöscht wurde", stellte Winkler fest.

Der 25-jährige Mann hat laut Polizei gestanden, seine 19-jährige Ex-Freundin, deren Eltern und Bruder sowie ihren neuen Freund erschossen zu haben. Auch der Arbeitgeber der 19-Jährigen sei zutiefst erschüttert, meinte Winkler. "Sie war ein besonders fleißiges Mädel, alle sind fassungslos", so der Bürgermeister.

Die junge Frau hatte sich laut Polizei vor zwei Monaten von dem 25-Jährigen getrennt. Nach der Bluttat stellte sich dieser am Sonntagmorgen bei der örtlichen Polizei. "Ich habe soeben fünf Personen ermordet", sagte der junge Mann nach Angaben des Chefs des Landeskriminalamts Tirol, Walter Pupp, als er auf der Wache erschien.

Österreich | Kitzbühl | Mann ermordet Ex-Freundin und Familie (picture-alliance/AP Photo/K. Joensson)

Spurensicherung am Tatort

Der Tat vorausgegangen war ein Streit zwischen den beiden ehemaligen Partnern in einem Lokal in Kitzbühel. Dieser kurze Disput scheint nach bisherigen Erkenntnissen nicht wirklich dramatisch gewesen zu sein. Dennoch wurde er offenbar zum Auslöser der Bluttat, die fast einem Amoklauf gleicht.

Neun-Millimeter-Pistole entwendet

Die Ermittler haben das Geschehen anhand der Aussagen des Geständigen rekonstruiert. Danach klopfte der junge Mann gegen 4 Uhr morgens am Sonntag an dem schmucken Einfamilienhaus. Der 59-jährige Vater seiner Ex-Freundin öffnete und machte dem jungen Mann abermals klar, dass er in dem Haus nicht mehr erwünscht sei. Während seiner Beziehung zu der Tochter war er zeitweise sogar unter dieser Adresse gemeldet gewesen.

Nach der Zurückweisung durch den Vater fuhr er nach Hause. Dort nahm er sich die Pistole seines Bruders vom Kaliber neun Millimeter. Der Bruder, der sich zurzeit im Ausland aufhält, besitzt die Waffe laut Polizei rechtmäßig und hatte sie auch ordnungsgemäß aufbewahrt.

Österreich | Kitzbühl | Mann ermordet Ex-Freundin und Familie (picture-alliance/AP Photo/K. Joensson)

Über einen Balkon hatte sich der Täter Zutritt zur Wohnung seiner Ex-Freundin verschafft

Der 25-Jährige, der bei einer Baufirma beschäftigt ist, begab sich zurück zum Haus seiner Ex-Partnerin. An der Haustür erschoss er den Vater, der ihm erneut geöffnet hatte, kurz darauf auch die 51 Jahre alte Mutter und den Bruder der 19-Jährigen. Seine Ex-Freundin befand sich in einer Einlieger-Wohnung, deren Tür verschlossen war.

Über einen Balkon verschaffte er sich Zutritt zu dem Appartement. Dort tötete er seine ehemalige Freundin und deren neuen Freund. Eine Obduktion soll die genaue Todesursache klären und auch die Frage, welche Rolle ein Messer gespielt hat, das der 25-Jährige nach der Tat bei der Polizei präsentierte.

Kitzbühel mit seinen 8000 Einwohnern ist ein weltbekannter Ort in den österreichischen Alpen. Der Höhepunkt des Jahres ist das Hahnenkamm-Skirennen auf der Streif, zu dem 100.000 Fans pilgern. Dass Männer ihre Ex-Partnerinnen umbringen - und manchmal auch deren Familien - ist keine Seltenheit. Nach eine UN-Studie wurden im Jahr 2017 weltweit 87.000 Frauen getötet, davon 50.000 von ihrem Partner oder von Familienangehörigen.

uh/wa (dpa, afp)

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