Eurokrise: Entspannung bei den Sorgenkindern | Aktuell Europa | DW | 16.12.2017
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Portugal und Irland

Eurokrise: Entspannung bei den Sorgenkindern

So langsam geht's bergauf: Die ehemaligen Eurokrisenländer Portugal und Irland sind auf dem Weg der Besserung. Das sehen auch die Ratingagenturen so. Wenngleich die Genesungsfortschritte unterschiedlich ausfallen.

Nach der einflussreichsten Ratingagentur S&P hat auch der Rivale Fitch das einstige Krisenland Portugal wieder in den Club der verlässlichen Kreditnehmer aufgenommen. Fitch hob das Rating des Landes gleich um zwei Stufen von "BB+" auf "BBB". Damit haben Portugals Staatsanleihen den sogenannten Ramschbereich verlassen, in dem ein Investment als spekulativ gilt. Der Ausblick ist stabil, Fitch erwartet auch auf absehbare Zeit keine Veränderung der Lage.

Portugal war eines der europäischen Länder, das am schwersten unter den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise gelitten hat. Mit internationaler Hilfe hat sich die Lage inzwischen entspannt. Das Euro-Land hatte insgesamt 78 Milliarden Euro von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds erhalten und konnte vor drei Jahren das Rettungsprogramm verlassen.

Im September hatte S&P das Land wieder zu einem zuverlässigen Schuldner erklärt. Für die dritte große Ratingagentur Moody's gilt Portugal allerdings noch - wenn auch denkbar knapp - als zweifelhafter Schuldner mit einer lediglich ausreichenden Bewertung.

Kaum noch faule Kredite auf der grünen Insel

Auch um Irland ist es nach Ansicht von Fitch zunehmend besser bestellt. Nach einem drastischen Abbau fauler Kredite hob Fitch das Rating um eine Stufe von "A" auf "A+" an. Damit hat Irland in den Augen der Experten eine gute Kreditwürdigkeit. Auch hier ist der Ausblick stabil. Zuletzt hatte Fitch die Kreditwürdigkeit von Irland vor knapp zwei Jahren hochgestuft, nachdem die Wirtschaft weiter in Schwung gekommen war und sich das Staatsdefizit verringert hatte. Ein gutes Rating erleichtert die Aufnahme von frischem Geld am Kapitalmarkt zu niedrigen Zinsen.

Auch Irland wurde ab 2010 wegen seiner Immobilien- und Bankenkrise mit milliardenschweren Hilfsprogrammen von EU und IWF gestützt. Seit 2014 wächst die Wirtschaft des Landes stärker als in jedem anderen EU-Staat. Für dieses Jahr erwartet die irische Notenbank einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 4,5 Prozent.

rb/ie (dpa, rtr)

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