EU verbietet Insektizid Chlorpyrifos | Aktuell Europa | DW | 06.12.2019
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Gesundheitsschutz

EU verbietet Insektizid Chlorpyrifos

Das umstrittene Pflanzenschutzmittel soll insbesondere für Kinder gesundheitsschädigend sein. Chlorpyrifos wird im Obstanbau angewendet, vor allem bei Zitrusfrüchten. Das europaweite Verbot tritt Ende Januar in Kraft.

USA Kalifornien | Traktor sprüht Pestizide (Imago Images/ZUMA Press)

Chlorpyrifos-Einsatz in einer Zitrusplantage

Die EU-Staaten stimmten mehrheitlich dafür, die im Januar auslaufende Zulassung des Pflanzenschutzmittels nicht weiter zu verlängern. Hintergrund des Verbots sind Bewertungen der europäischen Lebensmittelbehörde Efsa, die mögliche Risiken für die menschliche Gesundheit bestätigt hatte.

Insektenkiller und Gefahr für den Menschen

Chlorpyrifos soll Schädlinge in der Landwirtschaft bekämpfen, steht jedoch im Verdacht, Erbgut und Nerven vor allem bei Kindern zu schädigen. Rückstände des Giftes können sich laut Forschungsergebnissen bereits im Mutterleib äußerst negativ auf die Entwicklung von Kindern auswirken. Verboten wird auch die Variante Chlorpyrifos-Methyl, wie die EU-Kommission bestätigte.

In Deutschland und in einigen anderen EU-Ländern dürfen die Wirkstoffe bereits seit einigen Jahren nicht mehr verwendet werden. Für die Verbraucher brachte das bislang aber keinen nennenswerten Vorteil, da besonders aus Südeuropa weiterhin mit Chlorpyrifos behandeltes Obst importiert werden durfte. Auf Obstplantagen in Spanien, Portugal, Griechenland und Italien wird das Mittel derzeit noch in Massen eingesetzt. Auch aus Drittstaaten wird mit Chlorpyrifos behandeltes Obst in die EU eingeführt.

Sobald die Kommissions-Entscheidung gegen den Chlorpyrifos-Einsatz im Januar formalisiert ist, sind alle EU-Staaten verpflichtet, die Zulassung für die beiden Chemikalien zurückzuziehen. Danach können sie noch eine Übergangsfrist für Gebrauch, Lagerung oder Entsorgung von maximal drei Monaten gewähren.

Gesundheits- und Umweltaktivisten begrüßten das Verbot. Das sei ein "Sieg für künftige Generationen", erklärte das Netzwerk Heal und das Pesticide Action Network Europe.

qu/rb (dpa, afp)

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