EU-Parlament will CO2-Emissionen bei Neuwagen senken | Aktuell Europa | DW | 03.10.2018
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Umweltschutz

EU-Parlament will CO2-Emissionen bei Neuwagen senken

Neue Autos in der EU sollen ab 2030 deutlich weniger CO2 ausstoßen. Mit seinem Vorschlag geht das EU-Parlament deutlich über den der Kommission hinaus. Nun muss ein Kompromiss gefunden werden.

Im Kampf gegen den Klimawandel hat sich das Europaparlament für eine deutliche Senkung der CO2-Emissionen von Neuwagen ausgesprochen. Die Abgeordneten in Straßburg stimmten dafür, die europaweiten Grenzwerte für das klimaschädliche Gas bis 2030 um 40 Prozent im Vergleich zu 2020 zu senken. Den Vorschlag der EU-Kommission, die CO2-Emissionen bis 2030 um lediglich 30 Prozent zu verringern, lehnte das Plenum als unzureichend ab. Aber auch ehrgeizigere Forderungen der Grünen und des Umweltausschusses fanden keine Mehrheit bei den Abgeordneten.

Zugleich forderte das Parlament in Straßburg ein Zwischenziel von 20 Prozent weniger CO2 bis 2025. Außerdem sollen nach dem Willen der Parlamentarier Niedrig- oder Nullemissionsfahrzeuge, also Elektro-, Hybrid- oder Gasautos - im Jahr 2020 ein Fünftel der Neuzulassungen ausmachen.

EU-Staaten und -Parlamentarier müssen sich einigen

Der verkehrspolitische Sprecher der Sozialdemokraten im EU-Parlament, Ismail Ertug, nannte den Beschluss des Parlaments einen "Erfolg auf ganzer Line". Damit könne das Klima geschützt werden, gleichzeitig könne man aber auch Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Europa behalten.

Auspuff (picture-alliance/dpa/I. Fassbender)

Hier soll bis 2030 deutlich weniger CO2 rauskommen, die Frage ist nur: wie viel weniger?

Nach dem Votum müssen nun die Verhandlungen zwischen dem Parlament und den EU-Staaten beginnen. Bei der geplanten Neuregelung handelt es sich um eine Verordnung, über die die beiden EU-Organe gemeinsam entscheiden. Erst nach einer Einigung können die neuen Vorgaben verbindlich eingeführt werden. Der Rat der EU-Umweltminister will seine Position in der kommenden Woche festlegen. Deutschland unterstützt bisher das 30-Prozent-Ziel der EU-Kommission.

Mehr alternative Antriebe auf die Straße

Die Grenzwerte sollen dabei helfen, mehr Autos mit alternativen Antrieben auf die Straßen zu bringen, die gar kein oder nur sehr wenig Kohlendioxid ausstoßen. Bei der Absenkung der CO2-Emissionen geht um einen europäischen Durchschnittswert, den die Autobauer bei ihren verkauften Fahrzeugen gemeinsam einhalten müssen. Für jeden Hersteller wird dabei ein eigener Zielwert festgelegt - abhängig von der Größe der Autos in der jeweiligen Fahrzeugflotte. Bis 2021 gilt ein Zielwert von 95 Gramm CO2 pro Kilometer - derzeit liegt der EU-Durchschnittswert bei über 118 Gramm.

cw/hf (dpa, afp)