EU: Bleiben US-Bürger weiter ausgesperrt? | Aktuell Europa | DW | 24.06.2020
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Corona-Pandemie

EU: Bleiben US-Bürger weiter ausgesperrt?

Die EU erwägt laut einem Medienbericht, auch nach der schrittweisen Wiederöffnung ihrer Außengrenzen US-Bürgern die Einreise zu verwehren. Hintergrund sei, dass die USA die Corona-Epidemie nicht unter Kontrolle bekämen.

Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf einen Entwurf entsprechender Länderlisten der Europäischen Union. Die USA stünden auf der vorläufigen Liste der Länder, für die ab Anfang Juli weiter Einreiseverbote gelten sollen, gemeinsam mit Russland und Brasilien, aber auch Uganda, Kuba und Vietnam.

Derzeit prüft die EU, zu welchen Drittstaaten die Grenzen ab dem 1. Juli geöffnet werden können. Eine endgültige Entscheidung über die Länderliste wird Anfang nächster Woche erwartet. Die EU-Kommission plant für Drittstaaten, für die Reisebeschränkungen weiterhin gelten, möglichst flexible Regelungen, z.B für Studierende. Innerhalb Europas sind die meisten Grenzen seit dem 15. Juni wieder für Reisende offen.

US-Präsident Donald Trump hatte Mitte März wegen der Coronavirus-Pandemie ein Einreiseverbot für Reisende aus Europa verhängt. Einige Tage später verfügte die Europäische Union ebenfalls weitreichende Einreisebeschränkungen an den EU-Außengrenzen, die auch US-Bürger betreffen.

USA Coronavirus Test Auto (picture-alliance/AP Images/E. Thompson)

Mobiler Corona-Test durch die Nationalgarde in Washington

Grund für die Überlegungen der EU-Europäer, die USA weiter auszuschließen, ist demnach die anhaltende Ausbreitung des Coronavirus in den Vereinigten Staaten. Dort sind bereits mehr als 2,3 Millionen Coronavirus-Infektionen und mehr als 120.000 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus registriert worden - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Während die Corona-Beschränkungen bereits wieder gelockert werden, steigt die Zahl der Infektionen in mehreren US-Bundesstaaten wieder stark an.

USA Dr. Anthony Fauci (picture-alliance/AP Photo/K. Dietsch)

Virologe Anthony Fauci sieht anders als Trump deutliche Gefahren

Trumps Chefvirologe beunruhigt

Der US-Virologe und Präsidentenberater Anthony Fauci hat sich nach einem "beunruhigenden Anstieg von Infektionen" in den Bundestaaten Florida, Texas und Arizona besorgt gezeigt. Die nächsten Wochen seien entscheidend dafür, diesem entgegenzuwirken, sagte er bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus. Er lobte aber auch Erfolge im Kampf gegen das Virus am Beispiel von New York. In dem Bundesstaat sei es gelungen, die Fallzahlen zu senken.

Der US-Präsident spielte den jüngsten Anstieg bekannter Coronavirus-Infektionen in den USA indes erneut herunter. "Wenn wir mehr testen, finden wir mehr Fälle", sagte er. "Testen ist ein zweischneidiges Schwert." Die USA hätten mehr als 25 Millionen Tests ausgeführt, mehr als jedes andere Land. Trumps Krisenmanagement im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie wird seit Monaten scharf kritisiert.

qu/ml (afp, rtr, dpa, NYT)

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