Etihad greift nach Alitalia und Air Berlin | Wirtschaft | DW | 07.04.2014
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Wirtschaft

Etihad greift nach Alitalia und Air Berlin

In der Luftfahrbranche stehen größere Umbrüche offenbar direkt bevor. Die angeschlagenen Linien Alitalia und Air Berlin werben seit Jahren um Investoren. Nun könnte die Rettung nahe sein - durch die arabische Etihad.

Die arabische Fluggesellschaft Etihad will bei der kriselnden Alitalia einsteigen. Sollte der Deal klappen, haben die Italiener angekündigt, auch die angeschlagene deutsche Fluglinie Air Berlin einbindeneinbinden zu wollen. Alitalia steckt tief in den roten Zahlen und sucht seit Jahren nach einem finanzstarken Partner. Air Berlin ist mit rund 800 Millionen Euro verschuldet und verfügt über kein weiteres Eigenkapital.

Deal zwischen Alitalia und Etihad bald perfekt?

Etihad-Vorstand James Hogan gab am Montag bei einer Branchenkonferenz in Abu Dhabi bekannt, dass die Bücher der Alitalia bereits geprüft würden. Nach Angaben der Tageszeitung "La Repubblica" hat Etihad der Regierung in Rom schon genaue Pläne für die Zusammenarbeit vorgelegt. 350 Millionen US-Dollar will Hogan in die Alitalia investieren.

Sollte es zu dem Deal kommen, seien Tausende von Arbeitsplätzen gefährtdet, so das Blatt: 2500 Stellen sollen gestrichen werden, die Belegschaft der italienischen Fluglinie auf unter 10.000 Personen reduziert werden. Zugleich solle das Langstreckengeschäft ausgebaut werden.

Airline auf Suche nach Fremdkapital

Für die deutsche Air Berlin sind diese Aussichten ein Hoffnungsschimmer. Die arabische Fluglinie signalisierte, die bilaterale Unterstützung zeitnah auszubauen: "Alle unsere Vorstellungen wurden erfüllt, und wir sind in der Endphase der Verhandlungen für die nächste Stufe unserer Partnerschaft", so Etihad-Chef James Hogan. An Air Berlin ist die arabische Fluglinie bereits mit knapp 30 Prozent beteiligt. Der Konzern erwägt, seinen Anteil auf 50 Prozent aufzustocken. Seit dem Einstieg im Jahr 2011 hat Etihad eine halbe Milliarde Euro und Sachleistungen in die angeschlagene deutsche Airline eingebracht.

Auch der Luftfahrinvestor Rudolf Wöhrl kommt nach wie vor als Investor infrage. Zwar schloß er eine größere Beteiligung an der Fluglinie vorerst aus. Noch habe es keine Gespräche gegeben, so Wöhrl - er sei allerdings mit seinem Unternehmen Intro-Aviation "immer zu Gesprächen bereit".

js/kle (rtr, dpa)

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