Erstmals schwarze Frau auf US-Geldschein | Aktuell Amerika | DW | 20.04.2016
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Aktuell Amerika

Erstmals schwarze Frau auf US-Geldschein

Harriet Tubman wird künftig auf der 20-Dollar-Note zu sehen sein. Bislang zieren männliche und weiße Persönlichkeiten der US-Geschichte die Geldscheine.

Erste Frau auf einer Dollarnote: Harriet Tubman (Foto: Reuters)

Kämpferin gegen die Sklaverei: Harriet Tubman wird bald die 20-Dollar-Note zieren

Erstmals wird das Porträt einer schwarzen Frau auf einer US-Dollarnote erscheinen. Für den 20-Dollar-Schein wurde Harriet Tubman ausgewählt, eine berühmte Fluchthelferin, die im 19. Jahrhundert zahlreichen Sklaven zur Freiheit verhalf, wie das Finanzministerium in Washington mitteilte.

Andrew Jackson kommt auf die Rückseite

"Das Leben von Harriet Tubman ist eine der großen amerikanischen Geschichten", sagte Finanzminister Jacob J. Lew. "Es ist eine Geschichte, die amerikanische Werte spiegelt, amerikanische Demokratie, aber auch die Macht des Einzelnen, etwas in unserer Demokratie zu verändern."

Derzeit wird der 20-Dollar-Schein vom Konterfei des siebten US-Präsidenten Andrew Jackson (1829 - 37) geziert. Jackson gilt als Unterdrücker der nordamerikanischen Ureinwohner. Sein Porträt soll auf die Rückseite des Geldscheines weichen. Wann die neue Note gedruckt werden soll, ist noch unklar. Eigentlich steht dies erst im Jahr 2030 an. Allerdings gibt es erheblichen Druck von Frauenorganisation, Jackson schon früher zu ersetzen.

Bürgerbefragung des Finanzministeriums

Für die Entscheidung über die Neugestaltung der Banknote hatte das Finanzministeriums die Bürger befragen lassen, welche Frau erstmals seit mehr als hundert Jahren auf einem Dollarschein gezeigt werden sollte. Millionen von Bürgern beteiligten sich, wie Finanzminister Lew sagte. Vorgeschlagen wurden etwa auch die frühere First Lady Eleanor Roosevelt oder die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks. Bislang wurden erst zwei Frauen auf US-Geldscheinen abgebildet: Die Ehefrau des ersten US-Präsidenten George Washington, Martha sowie Pocahontas, die im 17. Jahrhundert zwischen weißen Siedlern und Indianerstämmen vermittelte.

Harriet Tubman (1822-1913) wurde als Sklavin auf einer Plantage im US-Bundesstaat Maryland geboren. Nach ihrer Flucht setzte sie sich für die Abschaffung der Sklaverei ein. Als Aktivistin der Organisation Underground Railroad gelang es ihr, zahlreiche Afroamerikaner aus den Sklavenhalterstaaten des Südens in den Norden der USA und damit in die Freiheit zu schleusen.

cr/qu (dpa, afp)