Erste Urteile zum Grubenunglück in Soma | Aktuell Europa | DW | 11.07.2018
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Prozess in der Türkei

Erste Urteile zum Grubenunglück in Soma

Vor vier Jahren starben nach einem Feuer in einem Bergwerk in der Türkei mehr als 300 Menschen. Jetzt hat ein Gericht einige prominente Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt. Angehörige sind aber dennoch nicht zufrieden.

Türkei Grubenunglück in Soma (picture-alliance/dpa/T. Bozoglu)

Schon mehr als vier Jahre her: Retter tragen einen toten Bergmann aus der Kohlegrube in Soma

Der Geschäftsführer der Bergbaufirma soll für 15 Jahre ins Gefängnis, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet. Der Direktor des Bergwerks soll mehr als 22 Jahre in Haft.

Der Führungsriege des Braunkohlebergwerks war vorgeworfen worden, aus Profitgier Sicherheitsmaßnahmen vernachlässigt zu haben. 

Der Betriebsleiter bekam eine Haftstraße von 18 Jahren und neun Monaten. Der technische Leiter wurde zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt und der Technik-Aufseher zu 18 Jahren und neun Monaten.

Angehörige der Opfer enttäuscht

Das Strafmaß blieb hinter den Erwartungen der Anwälte und Familien der Opfer zurück - die Anwälte verließen nach den ersten Urteilen aus Protest den Saal. Sie hatten für insgesamt elf der mehr als 40 Angeklagten mehrfach lebenslange Haftstrafen gefordert. Angehörige schrien wütende Proteste in Richtung der Richter.

Am 13. Mai 2014 war in dem Braunkohlebergwerk nach einer Explosion ein Feuer ausgebrochen. 301 Kumpel starben - die meisten erstickten. Hunderte wurden verletzt. Es war das schwerste Grubenunglück in der Geschichte der Türkei.

jmw/AR (dpa, ap, afp)

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