Erste ″Miss Albino″ in Simbabwe gekürt | Aktuell Afrika | DW | 17.03.2018
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Diskriminierung

Erste "Miss Albino" in Simbabwe gekürt

Sie kämpfen gegen ein Stigma: In vielen Staaten Afrikas werden Albinos gejagt, verstümmelt und getötet - wegen eines Aberglaubens. Nun setzt ein Schönheitswettbewerb ein Zeichen. Doch massive Widerstände sind spürbar.

Erste Wahl der «Miss Albino Simbabwe» (picture alliance/dpa/W. Ofumeli)

In Simbabwe im Südosten Afrikas ist zum ersten Mal eine "Miss Albino" gekürt worden - um der Diskriminierung von Betroffenen entgegenzuwirken. "Ich will für die Rechte von Kindern mit Albinismus kämpfen", sagt Gewinnerin Sithembiso Mutukura (Titelbild, Mitte). Zur "Miss Albino Simbabwe" gekürt zu werden, sei überwältigend.

Die Sozialarbeitsstudentin kommt aus dem Ort Marondera südöstlich der Hauptstadt Harare, in dem Menschen mit Albinismus in großer Armut leben, wie sie erklärt. "Sie können sich keine Sonnencreme leisten" - obwohl diese unabdingbar ist, um die Haut zu schützen. Die 22-Jährige will nun Spenden sammeln.

Bei Menschen mit Albinismus ist die Bildung des Pigments Melanin gestört. Dies führt zu heller Haut-, Haar- und Augenfarbe. Häufig kommt es auch zu Sehstörungen. In etlichen Ländern Afrikas werden Albinos an den Rand der Gesellschaft gedrängt.

Gefährdete Glücksbringer

Mancherorts gelten sie aber auch als Glücksbringer und Vorboten von Reichtum - mit fatalen Folgen: Trotz offizieller Verbote verwenden selbsternannte Zauberer ihre Körperteile für Rituale. Hände oder Füße werden für hunderte Euro verkauft, ein ganzer Leichnam wird für mehrere Zehntausend Euro gehandelt.

Insgesamt nahmen 13 Frauen an dem Schönheitswettbewerb teil. Die Gewinnerin bekommt als Preisgeld etwa 70 Euro - deutlich weniger als ursprünglich geplant. Organisatorin Brenda Mudzimu kritisiert, weder die Regierung des Landes noch der Privatsektor hätten den Wettbewerb unterstützt. Lediglich eine einzige Firma sponsorte das Miss-Wahl-Event. Doch die 34-Jährige lässt sich nicht beirren. Im nächsten Jahr will Mudzimu die zweite Albino-Misswahl in Simbabwe organisieren. "Wir sind auf unsere eigene Art schön, und wir sollten feiern, wer wir sind."

jj/ww (dpa, afp)

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