Erschütterte Reaktionen auf Tod von Kofi Annan | Aktuell Welt | DW | 18.08.2018
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Friedensnobelpreisträger gestorben

Erschütterte Reaktionen auf Tod von Kofi Annan

Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan ist tot. Der Friedensnobelpreisträger sei früh am Morgen in einem Krankenhaus in Bern gestorben, so seine Stiftung. Politiker und Weggefährten weltweit zeigen sich betroffen.

Der ehemalige UN-Generalsekretär sei an diesem Samstag nach kurzer Krankheit friedlich eingeschlafen, erklärte seine Stiftung in Genf. Annan wurde 80 Jahre alt. Seine Familie, neben seiner Frau Nane die drei Kinder Ama, Kojo und Nina, hätten die letzten Tage an seiner Seite verbracht.  

UN-Generalsekretär Antonio Guterres würdigte Annan in einer ersten Reaktion als eine "treibende Kraft des Guten". In vielerlei Hinsicht habe sein Vorgänger die Vereinten Nationen verkörpert. Die UN habe er mit "unvergleichbarer Würde und Entschlossenheit" angeführt.

Der scheidende UN-Kommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, zeigte sich tief erschüttert über den Tod des ehemaligen UN-Generalsekretärs. "Kofi war das beste Beispiel, der Inbegriff von menschlichem Anstand und Würde", erklärte der Jordanier in Genf. In einer Welt mit vielen politischen Führern ohne diese Eigenschaften sei der Verlust umso schmerzhafter. 

Staatstrauer in Ghana

Ghanas Präsident Nana Akufo-Addo betonte, Annan sei der erste Subsahara-Afrikaner mit dem erhabenen Posten des UN-Generalsekretärs gewesen. Dadurch habe er seinem Heimatland viel Anerkennung verschafft. Ghana rief eine einwöchige Staatstrauer aus.

Afrika - Kofi Annan besucht Darfur (picture-alliance/dpa/E. Schneider)

Da war er noch UN-Generalsekretär: Kofi Annan 2005 im sudanesischen Darfur

Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker würdigte die Lebensleistung Annans. "Die Welt trauert um eine große Führungspersönlichkeit und einen Menschenfreund", so Juncker auf Twitter, "Die größte Anerkennung, die wir ihm geben können, ist, sein Vermächtnis und seinen Geist am Leben zu erhalten."

Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte, Kofi Annan habe "über Jahrzehnte unzählige Menschen inspiriert und motiviert, sich wie er für Dialog und nachhaltige Entwicklung einzusetzen". Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, sie behalte den Ghanaer als "herausragenden Staatsmann im Dienste der Weltgemeinschaft" in Erinnerung. 

"Ein großer Reformer"

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron schrieb auf Twitter: "Wir werden weder seinen ruhigen und entschlossenen Blick noch die Kraft seiner Kämpfe vergessen." Großbritanniens Premierministerin Theresa May nannte Annan einen "großen Reformer der UN", der versucht habe, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Der russische Präsident Wladimir Putin äußerte sich ebenfalls in einem vom Kreml veröffentlichten Beileidstelegramm: "Besonders bedeutend war sein persönlicher Beitrag zum Ausbau des friedenserhaltenden Potenzials der UN und zur Beilegung einer Reihe regionaler Konflikte." Die Russen würden im Herzen immer Annans gedenken.

Kofi Annan 2005 mit dem damaligen U-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres, der 2017 sein Nach-Nachfolger als Generalsekretär der Vereinten Nationen wurde (Foto: picture alliance/AP/Keystone/M. Trezzini)

Annan 2005 mit dem damaligen UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres, der 2017 sein Nach-Nachfolger als Generalsekretär der Vereinten Nationen wurde

Annan war am 8. April 1938 im späteren Ghana geboren worden. Seine Eltern stammten aus einer langen Linie traditioneller Herrscher, 1962 begann Annan seine Diplomatenkarriere, die 1996 mit seiner Wahl zum siebten UN-Generalsekretär gekrönt wurde. 2001 wurde ihm gemeinsam mit den UN der Friedensnobelpreis verliehen. Nach seiner Pensionierung lebte Annan in seiner Wahlheimat Genf und engagierte sich über seine Stiftung weiterhin für Frieden in der Welt.

ie/hf (afp, rtr, epd, ap)

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