Erneutes Aus für Uber in London | Wirtschaft | DW | 25.11.2019
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Fahrdienstvermittler

Erneutes Aus für Uber in London

Schwerer Schlag für den Fahrdienst-Vermittler Uber. Da das Unternehmen immer wieder die Sicherheit seiner Kunden gefährde, erhält der Taxischreck keine neue Lizenz.

Die zuständige Verkehrsbehörde, Transport for London (TfL), teilte am Montag mit, sie habe den entsprechenden Antrag von Uber abgelehnt. Festzustellen sei ein "Muster des Versagens" bei Uber, begründete die Aufsicht die Entscheidung. So habe das Unternehmen "mindesten 14.000 Mal" nicht genehmigte Fahrer beschäftigt, die das Uber-Profil eines anderen genutzt hätten. Das habe die Sicherheit der Fahrgäste und den Versicherungsschutz gefährdet. Offiziell sollte die Lizenz um Mitternacht auslaufen, Uber darf aber bis zur Entscheidung über eine Berufung vorerst weiterarbeiten. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb von zwei Jahren, dass Uber die Beförderungserlaubnis in London entzogen wurde.

Es habe auch Fahrten mit "Fahrern ohne Führerschein oder entlassenen Fahrern" gegeben, erklärte die Verkehrsbehörde weiter. Zwar habe Uber Schritte unternommen, dies zu unterbinden. Doch Transport for London sei nach wie vor besorgt, wie leicht die Kontrollen ausgehebelt werden könnten.

Größter europäischer Markt für Uber

Die britische Hauptstadt ist der größte europäische Markt für den Fahrdienst-Vermittler - aber zugleich auch ein prestigeträchtiger Standort mit starker Konkurrenz. Nach Angaben des Unternehmens nutzen etwa 3,5 Millionen Menschen in London die App, etwa 40 000 Menschen sind als Fahrer registriert.

Uber-Chef Dara Khosrowshahi schrieb über Twitter, Uber habe in den vergangenen zwei Jahren an seinen Angeboten in London viele Veränderungen vorgenommen. Die Entscheidung der TfL sei "falsch". Regionalmanager Jamie Heywood ergänzte, Uber werde die Software weiter verbessern, damit Gäste künftig nur noch von befugten Fahrern transportiert würden.

Aktie stürzt ab

Der Bürgermeister der britischen Hauptstadt, Sadiq Khan, begrüßte die Entscheidung der TfL. In London gebe es viel Platz für innovative Unternehmen, jedoch müssten sich diese an die Regeln halten und die Kundensicherheit gewährleisten, twitterte er.

Uber streitet sich schon seit Jahren mit der TfL. 2017 hatte sie einen Antrag auf Verlängerung der Lizenz abgelehnt, weil sie Mängel bei der Meldung von Straftaten und der Überprüfung des Fahrerhintergrundes gesehen hatte. Ein Richter gewährte Uber 2018 aber eine Bewährungslizenz für 15 Monate, nachdem das Geschäftsmodell geändert worden war.

An der Börse gingen Anleger auf Abstand. Die Uber-Aktien sackten im vorbörslichen Handel an der Wall Street um sechs Prozent auf 27,80 Dollar ab. Im Mai war Uber mit einem Preis von 45 Dollar je Aktie an die Börse gegangen. Bereits am ersten Handelstag hatten die Titel deutliche Verluste verzeichnet und es wenige Wochen danach nur kurz darüber geschafft. Seither sind sie im Sinkflug.

hb/pcb (rtr, dpa,afp)

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