Ermittler decken mutmaßliche IS-Terrorzelle auf | Aktuell Deutschland | DW | 15.04.2020
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Deutschland

Ermittler decken mutmaßliche IS-Terrorzelle auf

Eine Gruppe von Tadschiken wollte offenbar im Namen des "Islamischen Staats" Anschläge in Deutschland verüben. Die vier Männer wurden am frühen Mittwochmorgen bei Razzien in Nordrhein-Westfalen festgenommen.

Deutschland Symbolbild SEK der Polizei (picture-alliance/Geisler-Fotopress/C. Hardt)

Ein Sondereinsatzkommando der Polizei (Archiv)

Die Haftbefehle gegen die vier tadschikischen Staatsbürger sind vom Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs bereits am 9. April ausgestellt worden. Nun erfolgten am frühen Mittwochmorgen die Festnahmen.

Spezialeinsatzkräfte des Landes Nordrhein-Westfalen und Beamte des mit den Ermittlungen befassten Polizeipräsidiums Düsseldorf konnten die Männer in ihren Wohnungen in Essen, Neuss, Siegen sowie im Kreis Heinsberg festsetzen. Zusätzlich wurden sechs weitere Objekte in dem Bundesland durchsucht.

Kontakte nach Syrien und Afghanistan

Den vier Festgenommenen wird vorgeworfen, zusammen mit einem bereits seit März 2019 in Untersuchungshaft sitzenden Landsmann, in Deutschland als Mitglieder der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) eine Terrorzelle gegründet zu haben.

Der Bundesanwaltschaft zufolge haben sich die fünf Männer im Januar 2019 dem IS angeschlossen. Zunächst hätten sie vorgehabt, nach Tadschikistan auszureisen, um dort im Rahmen des bewaffneten "Dschihad" an Kämpfen gegen die Regierung teilzunehmen.

Dann nahmen die Beschuldigten von diesem Vorhaben jedoch Abstand und planten stattdessen, in Deutschland tödliche Anschläge zu begehen. Entsprechende Anweisungen sollen sie von zwei hochrangigen IS-Führungsmitgliedern in Syrien und Afghanistan bekommen haben, mit denen sie in Kontakt standen.

Potenzielles Mordopfer ausgespäht

Anschlagsziele sollten laut Generalbundesanwalt Einrichtungen von US-amerikanischen Streitkräften in Deutschland, aber auch Einzelpersonen sein. So sei beispielsweise ein Mordanschlag auf eine Person geplant gewesen, die sich aus Sicht der Beschuldigten islamkritisch in der Öffentlichkeit geäußert hatte. Einer der fünf Beschuldigten soll das ins Auge gefasste Mordopfer bereits ausgespäht haben.

Zur Durchführung ihrer Pläne habe die Zelle bereits über scharfe Schusswaffen und Munition verfügt. Zudem seien über das Internet Komponenten zur Herstellung so genannter unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen bestellt worden. Finanziert worden sei die Beschaffung über Spenden, die die Gruppe in Deutschland eingesammelt habe.

djo/se (afp, dpa, generalbundesanwalt.de)

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