Erfolg für Australiens Artenschutz: Tasmanische Teufel vermehren sich | Wissen & Umwelt | DW | 10.06.2022
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Tierwelt

Erfolg für Australiens Artenschutz: Tasmanische Teufel vermehren sich

3000 Jahre lang waren die Tasmanischen Teufel auf dem australischen Festland ausgestorben. Nun zeigt ein Auswilderungsprogramm Erfolge: Tierschützer zählten viele kleine Babys in den Beuteln der Teufel-Mamas.

Tasmanischer Teufel

"Eine vom Aussterben bedrohte Art": Tasmanischer Teufel

Artenschützer in Down Under feiern: Das zweite Jahr in Folge haben Tasmanische Teufel auf dem australischen Festland in Freiheit Nachwuchs bekommen. Bisher seien in den Beuteln von Muttertieren neun der winzigen Fleischfresser entdeckt worden, teilte die Tierschutzorganisation Aussie Ark mit. Jedoch erwartet das Team, dass die Zahl in den nächsten Wochen in Australien noch steigt.

Es sei etwas ganz Besonderes, die Beutel zu überprüfen und dort kleine rosa Junge zu entdecken, sagte Aussie-Ark-Mitarbeiterin Kelly Davis. "Hier draußen im Barrington Wildlife Sanctuary ist es noch spezieller, weil wir wissen, dass sie völlig wild leben, ohne menschliches Eingreifen", betonte Davis mit Blick auf das 400 Hektar große Schutzgebiet.

"Jedes Mal wieder sprachlos"

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Tyler Gralton hatte sie die Muttertiere mithilfe von Fallen wieder eingefangen, untersucht und die Babys in deren Beuteln gezählt. "Es handelt sich um eine vom Aussterben bedrohte Art, von der wir nicht wussten, dass sie bis zu diesem Punkt überleben würde", so Gralton in einem Internetvideo. Nun seien sie zurück in der Wildnis der Berge. "Sie in dieser Größe zu sehen, macht einen jedes Mal wieder sprachlos."

Tasmanische Teufel in Australien: Jungtiere im Beutel ihrer Mutter

Jungtiere im Beutel ihrer Mutter bei Aussie-Ark-Zählung: Nur Platz für vier Babys

Bis 2020 gab es die angriffslustigen, bis zu acht Kilogramm schweren "Tasmanian Devils" nur noch auf der Insel Tasmanien, der sie auch ihren Namen verdanken. Dort war ihr Bestand aber wegen einer Krebsart bedroht. Aussie Ark unterhält ein eigenes Zuchtprogramm für Beutelteufel. 2020 hatte die Organisation zusammen mit anderen Naturschutzgruppen 28 der schwarzen Tiere, die keine Krankheitszeichen zeigten, in einem Reservat nördlich von Sydney freigelassen.

Im vergangenen Jahr dann die frohe Botschaft: Die Tiere vermehrten sich. Rund 3000 Jahre nach dem Aussterben der Beutelteufel auf dem Festland wurden dort erstmals wieder in Freiheit Junge geworfen. Die winzigen und noch völlig nackten Tiere kriechen nach ihrer Geburt von der Vagina in den Beutel des Muttertiers. Dort heften sie sich an die Milchdrüsen und wachsen langsam heran, bis sie nach etwa 100 Tagen den Beutel verlassen. Auch bei größeren Würfen können durch die begrenzte Zahl von Milchdrüsen nur maximal vier Babys überleben.

Erforschung per Kamera

Das Team wird nun die Muttertiere mit Bewegungssensorkameras überwachen. "Wir erwarten, dass dann in sechs Monaten junge tasmanische Teufel das Schutzgebiet erkunden", teilte Aussie Ark mit. Die diesjährige Saison sei entscheidend für den langfristigen Erfolg des Programms gewesen, und die Existenz von mindestens neun "Joeys", wie die Jungtiere genannt werden, sei ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung.

Tasmanische Teufel in Australien

Beutelteufel: Wildes Kreischen und ein übler Geruch

Seit 1941 stehen die Tiere unter Schutz. In der Natur unterstützen sie die Kontrolle von Wildkatzen und Füchsen, die andere gefährdete Arten bedrohen. Beutelteufel (Sarcophilus harrisii) haben einen extrem starken Biss. Charakteristisch sind die roten Ohren, ein wildes Kreischen und ein übler Geruch, den die Tiere bei Erregung ausströmen.

AR/jj (dpa, Aussie Ark)

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