Erdbeben erschüttert erneut Kalifornien | Aktuell Amerika | DW | 06.07.2019
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USA

Erdbeben erschüttert erneut Kalifornien

Zum zweiten Mal in zwei Tagen schreckt ein heftiges Beben die Menschen in Südkalifornien auf. Es trifft erneut die Region um Ridgecrest im Osten des US-Staates. Es war die stärkste Erschütterung seit 20 Jahren.

USA Erdbeben (Reuters/Jessica Weston/Daily Independent)

Beschädigte Gasleitungen: Ein Haus in Ridgecrest steht nach dem Erdbeben in Flammen

Nach Angaben der Erdbebenwarte USGS hatte das Beben eine Stärke von 7,1. Das Epizentrum lag etwa 200 Kilometer nördlich von Los Angeles. Es war die gleiche Region, in der bereits zwei Tage zuvor die Erde gebebt hatte. Die jüngste Erschütterung soll allerdings elf Mal stärker gewesen sein als die vor zwei Tagen, erklärten US-amerikanische Seismologen.

Stärkstes Beben seit 20 Jahren

In der Stadt Trona stürzten offenbar mehrere Gebäude ein. Außerdem gebe es "ernstzunehmende Berichte" über durch Gaslecks ausgelöste Brände, wie Kaliforniens Notfallkoordinator Mark Ghilarducci mitteilte. Überall in der Region sei es teilweise zu Ausfällen bei der Energieversorgung gekommen.

Auch im gut 250 Kilometer entfernten Los Angeles war das Beben zu spüren. Die Feuerwehr entsandte dort Fahrzeuge und Hubschrauber, um mögliche Schäden zu prüfen und in Schadensfällen Hilfe zu leisten. "Es gab lokale Stromausfälle in Vororten von Los Angeles", meldete die Feuerwehr. Ansonsten sollen sich die Schäden im Rahmen halten. Größere Beschädigungen der Infrastruktur habe es nicht gegeben.

Nach Angaben der Feuerwehr gab es in der Umgebung nur Leichtverletzte. Ein Feuerwehrsprecher sagte dem Sender CNN, es fänden keine Suchaktionen nach möglicherweise Verschütteten statt.

USA Erdbeben (picture-alliance/AP Photo/C. Mayes)

Konservendosen fallen aus dem Regal: Starkes Erdbeben erfasst Kalifornien

Im 230 Kilometer entfernten Las Vegas musste eine Partie der Profi-Basketballvereine New York Knicks und New Orleans Pelicans abgebrochen werden, als Anzeigetafeln und Lautsprecher acht Minuten vor Spielende zu wackeln begannen. Basketballspieler Meyers Leonard von den Portland Trail Blazers erklärte, das Beben habe ihn in seinem Hotel in Las Vegas geweckt. "Das ganze Hotel schwankte. Es war wirklich verrückt", schrieb Leonard auf Twitter. 

Der Gouverneur von Kalifornien hat für die betroffene Region den Notstand ausgerufen. Auf diese Weise können schnell Einsatzkräfte und Gelder mobilisiert werden. Das Erdbeben war das stärkste im Süden Kaliforniens seit 1999. Damals erschütterte ein Beben der Stärke 7,1 die Region.

Millionen spüren Beben

Am Donnerstag war in einer Wüstenregion über 200 Kilometer nordöstlich von Los Angeles bereits ein Erdbeben der Stärke 6,4 registriert worden. Es folgten Hunderte Nachbeben. Seismologen hatten davor gewarnt, dass es zu noch größeren Beben kommen könnte.

USA Erdbeben (Reuters/Lisa Walker)

Verwüstung auf Kaliforniens Starßen: Nach dem Erdbeben kam es zu einem Hangrutsch

Den Erdstoß am Donnerstag konnten Millionen Menschen von Sacramento im Norden Kaliforniens bis San Diego und von Los Angeles bis nach Las Vegas im Wüstenstaat Nevada sowie an der Nordgrenze Mexikos spüren. Die Kleinstadt Ridgecrest nahe dem Death-Valley-Nationalpark war am stärksten betroffen.

Nach den beiden Beben wurden im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat Befürchtungen laut, diese könnten Vorboten eines großen Erdbebens entlang der San-Andreas-Verwerfung sein, die parallel zur Küste Kaliforniens verläuft. Die Seismologin Lucy Jones stufte die Wahrscheinlichkeit eines solchen Bebens allerdings als gering ein und verwies darauf, dass sich die beiden Beben in einer anderen Region mit kleinen Zerreißstellen im Gestein ereigneten.

pgr/ml (dpa, afp, rtr, ap)

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