Epstein-Fall: Prinz Andrew gibt sich ″irritiert″ | Aktuell Amerika | DW | 03.07.2020
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Kindesmissbrauch

Epstein-Fall: Prinz Andrew gibt sich "irritiert"

US-Ermittler werfen dem britischen Prinzen vor, die Ermittlungen im Missbrauchsfall um Jeffrey Epstein zu behindern. Prinz Andrew reagiert wie immer und geht zum Gegenangriff über.

Archivbild - Pferderennen Royal Ascot | Prinz Andrew

Problem für das britische Adelshaus: Ist der Sohn von Königin Elisabeth in Missbrauchfälle verwickelt? (Archivbild)

Die US-Anwältin Gloria Allred warf dem Royal vor, Jeffrey Epsteins Opfer einem "Foltertest zu unterziehen". Er weiche der US-Justiz immer wieder aus, sagte die Opferanwältin. Sie forderte Andrew auf, endlich zu sagen, was er wisse. "Er muss das machen - ohne Verzögerung", sagte Allred dem britischen Sender ITV. US-Staatsanwältin Audrey Strauss hatte erklärt, sie würde "es begrüßen", wenn Andrew auf sie zukommen würde.

Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan forderte Andrew jetzt in einem Interview des Senders LBC dazu auf, mit den US-Behörden zu kooperieren. Premier Boris Johnson wollte sich öffentlich nicht konkret dazu äußern. Es sei eine Sache des Königshauses, hieß es.

Jeffrey Epstein

Der Multimillionär Epstein soll jahrelang Minderjährige missbraucht haben

Prinz Andrew hingegen widerspricht der Darstellung der US-Justiz. "Das Team des Herzogs ist irritiert, denn wir haben im vergangenen Monat zwei Mal mit dem Justizministerium kommuniziert, aber bis heute keine Antwort bekommen", hieß es von Seiten des Anwaltsteams des Prinzen, wie die Nachrichtenagentur Press Association meldete.

Mutmaßliches Opfer beschuldigt Andrew

Der Multimillionär Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Er wurde im Juli 2019 festgenommen und im August tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan gefunden; vermutlich nahm er sich das Leben. Bei einer Verurteilung hätten Epstein bis zu 45 Jahre Haft gedroht.

Prinz Andrew war mehrfach Übernachtungsgast in Epsteins Anwesen in den USA und der Karibik. Von den Machenschaften seines Freundes will er nichts mitbekommen haben. Eines der Opfer wirft dem Prinzen aber vor, 2001 Sex mit ihr gehabt zu haben. Die damals 17-Jährige soll von Epstein dazu gezwungen worden sein. Der 60-Jährige Royal bestreitet die Vorwürfe.

Nachdem Andrew seine Beziehung zu Epstein trotz der Vorwürfe in einem Interview verteidigt und damit massive Kritik ausgelöst hatte, trat der Sohn von Queen Elizabeth II. im November von seinen königlichen Pflichten zurück.

Ghislaine Maxwell spricht bei einer News Konferenz in New York

Festgenommen und angeklagt: Epsteins Ex-Freundin und mutmaßliche Komplizin Ghislaine Maxwell

Der Epstein-Skandal hatte am Donnerstag mit der Festnahme und Anklage seiner Ex-Freundin und mutmaßlichen Komplizin Ghislaine Maxwell eine neue Wendung genommen. Die Bundesanwaltschaft in Manhattan wirft der 58-jährigen Britin vor, Epstein minderjährige Mädchen zugeführt zu haben. Laut Anklageschrift war Maxwell auch anwesend, wenn der Investmentbanker seine Opfer sexuell missbrauchte. Sie habe zu Epsteins "engsten Verbündeten" gehört und eine "entscheidende Rolle" bei seinen Machenschaften gespielt, sagte Staatsanwältin Strauss.

pgr/rb (afp, dpa)

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