Endlich! Das Eis der Zukunft schmilzt nicht mehr | Wissen & Umwelt | DW | 03.09.2015
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Endlich! Das Eis der Zukunft schmilzt nicht mehr

Schottische Forscher haben eine Methode entwickelt, die verhindern soll, dass Eiscreme dahinschmilzt. Chemie ist nicht im Spiel, versichern die Wissenschaftler. Wie geht das denn?

Eiscreme ist köstlich. Hat aber - vor allem, wenn es warm ist - einen entscheidenden Nachteil: sie schmilzt. Und nichts ist nerviger als sich verflüssigendes Eis, wenn es klebrig über die Finger läuft, man dem flüssigen Sahne-Schokoladen- oder Erdbeerzeug nicht mehr hinterherkommt und es unkontrolliert aufs T-Shirt tropft.

Aber damit könnte Schluss sein, zumindest in drei bis fünf Jahren, versprechen schottische Wissenschaftler der #link:http://www.ph.ed.ac.uk/people/cait-macphee:Universitäten in Edinburgh# und Dundee.

Sie haben herausgefunden, dass Eis weniger schnell schmilzt, wenn man statt eines Emulgators ein bestimmtes Protein zusetzt. Dadurch wird es nicht nur stabiler, sondern gleichzeitig besonders cremig, sagt #link:http://www.ph.ed.ac.uk/people/cait-macphee:Cait MacPhee#, die die neue Methode mit entwickelt hat.

Das Protein nennt sich BsIA, es stammt von einem Bakterium, das auch in der Natur vorkommt. Es wird unter anderem bei der Fermentierung von Lebensmitteln verwendet und steckt in zahlreichen asiatischen Gerichten, beispielsweise in dem traditionellen japanischen Sojabohnen-Frühstück Natto. "Es ist ein natürliches Produkt", versichert MacPhee, kein Frankenstein-Ding mit Chemie.

Wie das Eis schmeckt wissen die Forscher nicht

In der Eiscreme bildet dieses Protein Brücken zwischen dem Fett, dem Wasser und den Luftpartikeln. Dadurch wird alles fest beieinandergehalten, die Eiscreme wird konsistenter und schmilzt sehr viel langsamer. Gleichzeitig wird die Textur sehr viel weicher, da sich durch die Protein-Brücken keine Mini-Eiskristalle bilden können, die Speiseeis so unangenehm krisselig werden lassen.

Wie die Protein-Eiscreme schmeckt, wissen die Forscher noch nicht, obwohl sie in ihren Laboren schon jede Menge Vanille-BsIA-Eis hergestellt haben: "Wir haben es noch nicht probiert", gibt Cait MacPhee im Gespräch zu, zeigt sich aber überzeugt, dass BslA keinen Einfluss auf den Geschmack haben sollte, "weil nur sehr wenig darin steckt".

Das Patent für ihr Verfahren haben die Wissenschaftler bereits angemeldet.

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