Ende einer Ära: Toys R Us macht in USA dicht | Wirtschaft | DW | 15.03.2018
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Unternehmen

Ende einer Ära: Toys R Us macht in USA dicht

Der Spielwarenhändler Toys R Us kämpft mit dem Bankrott. Jetzt hat das angeschlagene US-Unternehmen drastische Maßnahmen angekündigt und will alle US-Läden dicht machen. Für Europa gab es vorerst Entwarnung.

Der einst weltgrößte Spielzeughändler Toys R Us macht sämtliche Filialen auf dem Heimatmarkt USA dicht. "Das ist ein zutiefst trauriger Tag für uns und die Millionen von Kindern und Familien, denen wir in den letzten 70 Jahren gedient haben", sagte der Chef des insolventen Unternehmens, Dave Brandon. "Aber wir haben nicht länger die finanzielle Unterstützung, um unser US-Geschäft fortzuführen." Eine Einigung mit den Gläubigern zur Umschuldung sei gescheitert. Die Einzelhandelskette hatte vor sechs Monaten Insolvenz angemeldet. Die Schulden summieren sich auf einen Milliardenbetrag. Vor allem die Konkurrenz von Onlinehändlern wie Amazon hat dem Unternehmen zugesetzt.

Im September 2017, kurz vor dem Weihnachtsgeschäft, hatte Toys R Us in den USA mit 735 Filialen, die etwa 30.000 Mitarbeiter beschäftigen, bereits Gläubigerschutz beantragt und die Schließung von 180 Filialen angekündigt. Am Mittwoch hatte Toys R US angekündigt, alle Geschäfte in Großbritannien zu schließen.

Entwarnung für Zentraleuropa 

Das Aus in den USA ist auch ein Schlag für Hunderte von Spielzeug-Herstellern - darunter Barbie-Hersteller Mattel und Hasbro, die etwa zehn Prozent ihres Umsatzes über die Kette erlösten. Derzeit laufen Gespräche mit Interessenten, bis zu 200 der am besten laufenden US-Geschäfte mit den kanadischen Filialen zusammenzuführen.

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Toys "R" Us hat in Großbritannien ausgespielt

Für Europa gibt das Unternehmen vorerst Entwarnung. Die Landesgesellschaften blieben trotz der Insolvenz in den USA bestehen, teilte die Toys R Us-GmbH mit Sitz in Köln mit. In Deutschland betreibt Toys"R"US eigenen Angaben zufolge 66 Filialen - erst Ende Januar war eine in Sankt Augustin bei Bonn neu eröffnet worden. Beschäftigt bei dem Spielwarenhändler sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 2000 Menschen. Die Toys R Us GmbH in Köln betonte: "Alle unsere Filialen und Onlineshops haben weiterhin normal geöffnet und bieten allen Kunden den gewohnten Service." In Zentraleuropa könne Toys R Us auf ein "sehr solides Geschäftsjahr und eine gute Weihnachtssaison zurückblicken", erklärte der für die Region zuständige Geschäftsführer Detlef Mutterer.

Die Bemühungen um eine Rettung von Toys R Us in den Vereinigten Staaten wurden in diesem Monat abgebrochen, nachdem die Kreditgeber einen klaren Plan für einen Umbau vermisst hatten, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen zu Reuters sagten. Demnach gehen die Gläubiger davon aus, durch Schließung und Verkauf vorhandener Waren mehr Geld zu erlösen als durch eine Fortführung der Geschäfte.

hb/fab (rtr,dpa,afp)

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