Empörung über Künasts Kritik an Polizei in Würzburg | Aktuell Deutschland | DW | 19.07.2016
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Aktuell Deutschland

Empörung über Künasts Kritik an Polizei in Würzburg

Die Grünen-Politikerin Renate Künast hat auf Twitter die Schüsse auf den Angreifer von Würzburg kritisiert. Die Empörung ist groß. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft spricht gar von "Klugscheißerei".

Renate Künast bei einer Veranstaltung der Grünen (Foto: ap)

Renate Künast (Archivbild) erntet viel Empörung für ihre Frage um den Todesschuss der Polizei in Würzburg

Mit ihrem Kommentar nach der Axt- und Messerattacke in Würzburg hat sich Renate Künast viel Ärger eingehandelt. Schon kurz nach dem Attentat des 17-jährigen Afghanen, den die Polizei erschossen hat, twitterte die Vorsitzende des Rechtsausschusses im Bundestag: "Wieso konnte der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden???? Fragen!"

"Polizisten werden sich nicht auf Kung Fu einlassen"

Beamte der Polizei hatten den Jugendlichen am Montagabend auf der Flucht erschossen. Er war zuvor mit einer Axt und einem Messer auf Fahrgäste in einem Regionalexpress losgegangen. Mehrere Menschen wurden dabei schwer verletzt.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, warf Künast "Klugscheißerei" vor. "Wenn Polizisten in der Form angegriffen werden, werden sie sich nicht auf Kung Fu einlassen. Das endet dann bedauerlicherweise manchmal mit dem Tod des Täters, ist aber nicht zu ändern", sagte Wendt der "Saarbrücker Zeitung".

Interne Ermittlungen nach Schusswaffengebrauch

Portrait Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (Foto: dpa)

Rainer Wendt, Vorsitzender der DPolG

Das Vorgehen der Polizisten werde nun von der Staatsanwaltschaft untersucht und dann werde ein Urteil gefällt. "Da brauchen wir die parlamentarischen Klugscheißer überhaupt nicht. Vielleicht sollte man Politikern grundsätzlich empfehlen, bei solchen Ereignissen 24 Stunden lang nicht zu twittern", sagte der Gewerkschaftschef. Auch auf Twitter selbst kritisierten viele Nutzer die indirekte Kritik der Grünen-Poltikerin.

Nach der Erschießung des Angreifers nahm das bayerische Landeskriminalamt (LKA) interne Ermittlungen auf. Dies sei ein üblicher Vorgang beim Schusswaffengebrauch von Beamten, sagte ein Sprecher in München. Die Ermittlungen sollen nun klären, wie der Einsatz ablief und ob die tödlichen Schüsse gerechtfertigt waren.

cw/stu (dpa, kna)

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