Emirate warnen vor geflohenen IS-Kämpfern aus Al-Rakka | Aktuell Deutschland | DW | 16.11.2017
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Terrorismus

Emirate warnen vor geflohenen IS-Kämpfern aus Al-Rakka

Ein Teil der Terroristen aus der ehemaligen IS-Hochburg Al-Rakka konnte kurz vor der Eroberung der Stadt abziehen. Die Vereinigten Arabischen Emirate sehen in den kriegserprobten Kämpfern nach wie vor eine echte Gefahr.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sehen eine zusätzliche Terrorgefahr durch die Flucht zahlreicher Terroristen aus der einstigen IS-Hochburg Al-Rakka. Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" seien aus der syrischen Stadt "weitergezogen nach Libyen, nach Somalia, in afrikanische Staaten südlich der Sahara und auf die Philippinen, einige sind auch nach Europa zurückgekehrt", sagte der Chef des Anti-Terror-Programms der Emirate, Ali al-Nuaimi, der Deutschen Presse-Agentur.

Arbeitslosigkeit als Nährboden?

Eine große Gefahr gehe zudem von Gruppen in der syrischen Provinz Idlib aus, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida angehörten. Diese kontrollierten dort ein Gebiet mit zwei Millionen Bewohnern und hoher Arbeitslosigkeit, "da ist es einfach für sie, neue Terroristen zu rekrutieren".

Nach Recherchen der britischen BBC hatte ein aus Dutzenden von Lastwagen und Bussen bestehender Konvoi Al-Rakka im Oktober kurz vor dem Einmarsch der von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) verlassen. Den Angaben zufolge durften damals als Teil einer von lokalen Kämpfern getroffenen Vereinbarung mindestens 250 IS-Kämpfer mit etwa 3500 Angehörigen aus der Stadt abziehen. Unter den Geflohenen sollen auch einige ausländische IS-Kämpfer gewesen sein.

Attentate mit ferngesteuerten Autos

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" und der Kölner "Express" berichten unterdessen, eine Gruppe deutscher IS-Terroristen habe Sprengstoffanschläge mit ferngesteuerten Autos geplant - auch in Deutschland. Das gehe aus Ermittlungsakten vor. Es handele sich um eine Gruppe deutscher Anhänger der IS-Terrormiliz, die von zwei Brüdern aus Herne angeführt worden sei. Sie sollen bei US-Luftangriffen getötet worden sein. 

Die Terroristen hätten sich Baupläne für ein ferngesteuertes Auto zukommen lassen. Den Ermittlern zufolge kursierten in IS-Kreisen auch Trainingsvideos, die zeigen, wie solche mit Sprengstoff gefüllten Autos ins Ziel gesteuert werden können. Nach Recherchen beider Zeitungen stammten die Brüder aus einer Familie militanter Islamisten. Diese sei in der IS-Szene "in Gesamtdeutschland gut vernetzt" gewesen, habe ein Insider beim Landeskriminalamt NRW zu Protokoll gegeben, heißt es in den Presseberichten.

haz/wa (dpa)