Ein Kontinent in Bewegung | Amerika - Die aktuellsten Nachrichten und Informationen | DW | 24.12.2018
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Armut und Gewalt

Ein Kontinent in Bewegung

Wenige Themen haben Lateinamerika in diesem Jahr mehr bewegt als die Migration. Trotz der allgemeinen Hilfsbereitschaft, Menschen aufzunehmen, kommen die Aufnahmeländer aber an ihre Grenzen.

Lateinamerika hat eine lange Migrationsgeschichte. Angst vor Diktaturen, blutige Bürgerkriege und bewaffnete Auseinandersetzung, aber auch große Armut haben immer wieder zu Abwanderungen in andere Länder geführt. 

Besonders betroffen ist derzeit Venezuela, ein Land, das sich in einer Hyperinflation befindet, wo Banknoten nur noch gewogen werden und in dem die Menschen im Müll nach Essen graben. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben mehr als drei Millionen Venezolaner das Land verlassen, die große Mehrheit (2,4 Millionen) bleibt in der Region. Das größte Aufnahmeland ist Kolumbien mit über einer Millionen Zuwanderern aus dem Krisenland. 

Infografik Flüchtlinge aus Venezuela in Lateinamerika DE

Eine Auswahl an Ländern in der Region, in die Venezolaner ausgewandert sind.

Trotz der Unterstützung durch die Zivilgesellschaft, kommt es immer wieder zu Spannungen, wie zum Beispiel in der brasilianischen Grenzstadt Pacaraima, wo Einwohner Zelte und Hütten der Flüchtlinge in Brand steckten. Aber auch die anderen Staaten haben immer mehr Schwierigkeiten, die Migranten unterzubringen und medizinisch zu versorgen.

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Harter Alltag für Migranten in Mexiko

Auf der Suche des "American Dreams"

Hinzu kommen die Migrationsbewegungen aus Zentralamerika in Richtung USA. Tausende Migranten aus Honduras, Guatemala, Nicaragua und El Salvador legen Fußmärsche von bis zu 2000 Kilometer zurück. Ihr Ziel: die Vereinigten Staaten. Sie fliehen vor der kriminellen Gewalt in ihren Heimatländern. In Honduras wurden in diesem Jahr 3300 Menschen ermordet, in Guatemala sind es 16 pro Tag. Auch in El Salvador starben in diesem Jahr bis Ende Oktober mehr als 2740 Menschen gewaltsam. Für viele der Migranten endet die Reise spätestens in der mexikanischen Stadt Tijuana, die unmittelbar an der Grenze zu Kalifornien liegt.

USA Migrantenfamilie aus Honduras (Reuters/K. Kyung-Hoon)

Flucht vor dem Tränengas: Maria aus Honduras mit ihren beiden Töchtern an der Grenze zwischen Mexiko und den USA.

Der Unmut an der Grenze steigt

Der raue Ton von US-Präsident Donald Trump, der eine Mauer an der Grenze zu Mexiko errichten will und Soldaten an die Grenze schickt, wird auch von Menschen im südlichen Nachbarland übernommen. In Mexiko, einem historischen Transitland auf dem Weg in den Norden, wird trotz der anfänglichen Hilfsbereitschaft Kritik gegen Migranten laut. Als Tausende Menschen an der Grenze zu Kalifornien festsaßen, kommt es in der mexikanischen Stadt Tijuana zu Protesten. die Demonstranten halten Schilder mit der Aufschrift "Nicht noch mehr Karawanen" und "Nein zur Invasion" hoch. 

Die Rolle der USA

Auf der einen Seite droht Donald Trump, den Ländern die Entwicklungshilfen zu streichen, wenn sie die Migration nicht in den Griff bekommen sollten. Auf anderen Seite legen die USA und Mexiko zuletzt einen Entwicklungsplan für Zentralamerika vor. Die Vereinigten Staaten erklären sich bereit, rund 5,8 Milliarden Dollar (etwa 5,1 Milliarden Euro) für wirtschaftliches Wachstum und institutionelle Reformen in den Ländern Guatemala, Honduras und El Salvador zu investieren.

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