Ein Flugzeug mehr für die Kanzlerin | Aktuell Deutschland | DW | 15.12.2018
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Nach G20-Panne

Ein Flugzeug mehr für die Kanzlerin

Peinlich für die Kanzlerin und Grund zum Spott: Angela Merkel kam aufgrund einer Flugzeugpanne zu spät zum G20-Gipfel. Darum will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nun mindestens einen Airbus mehr anschaffen.

Russland Ankunft Angela Merkel in Sotschi (picture-alliance/dpa/M. Kappeler)

Es geht nicht immer schief: Merkel kommt im Mai 2017 pünktlich mit einem Regierungs-Airbus im russischen Sotschi an

"Dass die Kanzlerin verspätet zu G20 kam, war bitter", sagte die CDU-Politikerin dem Boulevardblatt "Bild am Sonntag". "Damit sich so etwas nicht wiederholt, stocken wir jetzt bei den Besatzungen auf und prüfen die Beschaffung von ein oder zwei weiteren Flugzeugen für die Langstrecke."

Das Ministerium habe seine Pläne am Mittwoch im Kabinett vorgestellt und halte danach die Beschaffung mindestens eines dritten Langstreckenflugzeugs vom Typ Airbus A330 oder A350 für erforderlich.

Merkel hatte den G20-Gipfel in Buenos Aires Ende November erst mit großer Verspätung erreicht, da sie und Finanzminister Olaf Scholz wegen einer Panne des Regierungsflugzeugs mit einem Linienflug der spanischen Gesellschaft Iberia zu dem Gipfel anreisen mussten. Die Kanzlerin musste außerplanmäßig im Rheinland übernachten und Termine absagen. Es war nicht die erste Panne der Flugbereitschaft - und der Spott ließ nicht lange auf sich warten, wie in dem Tweet der ZDF-Satiresendung "heute show":

Noch zwei Wochen später bezog sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet offenbar auf den Vorfall. In einer Debatte des Bundesrates, der deutschen Länderkammer, über die Aufgabenverteilung zwischen Bund und Ländern räumte er ein, Außenpolitik sei die Sache des Bundes - um dann ironisch hinzuzusetzen: "Dass das beim Bund besser aufgehoben ist, merkt man, wenn die Flugzeuge nicht mehr fliegen."

Die Regierungsmaschine "Konrad Adenauer" hatte bei der verunglückten Kanzlerreise wegen eines defekten Elektrobauteils umkehren und in Köln-Bonn landen müssen. Für die Panne war nach Angaben der Luftwaffe der Ausfall einer elektronischen Verteilerbox verantwortlich.

Von der Leyen: Flugzeug-Crew für Notfälle

Zwar stand eine Ersatzmaschine in Berlin bereit, allerdings konnte diese nicht eingesetzt werden, weil durch den Zwischenstopp in Köln-Bonn die maximal erlaubten Dienstzeiten der Crew überschritten worden wären. Als Sofortmaßnahme wird demnach künftig bei international besonders bedeutenden Terminen wie G20-Gipfeln oder NATO-Treffen eine komplette Flugzeug-Crew als Notfallreserve bereit stehen.

Merkel muss Flug zum G20 Gipfel abbrechen (picture alliance/dpa/R. Weihrauch)

Reise mit Hindernissen: Der Weg nach Argentinien führte die Kanzlerin über Köln-Bonn

Derzeit verfügt die Flugbereitschaft der Verteidigungsministeriums über zwei Airbus A340. Die Kosten für den Kauf eines A330 oder A350 liegen zwischen 200 und 300 Millionen Euro - je nach Ausstattung und je nachdem, ob die Maschine gebraucht oder neu erworben wird, so die "Bild am Sonntag".

Das Geld, betonte von der Leyen, müsse zusätzlich aus dem Bundeshaushalt bereitgestellt werden: "Selbstverständlich darf der Transport der Regierungsmitglieder zu wichtigen Terminen nicht zu Lasten der Luftwaffe gehen, die ihr Budget für Hubschrauber und Flugzeuge in den Einsätzen braucht."

hin / haz (rtr, afp, dpa)

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