Ein Dämpfer für den aufgewühlten FC Bayern | Sport | DW | 07.04.2021
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Champions League

Ein Dämpfer für den aufgewühlten FC Bayern

Bayern München unterliegt im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League Paris St. Germain. Mangelnde Chancenauswertung und eine löchrige Abwehr sind die Gründe für die Pleite. Auch Nebengeräusche stören den FCB.

Es war ein Champions-League-Abend, den die Beteiligten, aber auch die Anhänger das FC Bayern so schnell nicht vergessen werden. Zum einen war da das Ergebnis des Viertelfinal-Hinspiels gegen Paris St. Germain. Die Münchner unterlagen bei winterlichen Temperaturen gegen ihren Finalgegner des Vorjahres mit 2:3 (1:2). Die Chancen auf das Erreichen des Halbfinales beim Rückspiel in Paris am kommenden Dienstag sind damit nicht sonderlich groß. Während ihre Offensive auf höchstem Niveau agierte, zeigten die Münchner in der Defensive Schwächen.

Selbst Torhüter Manuel Neuer, normalerweise ein Sicherheitsgarant für die Münchner, unterlief beim ersten Gegentreffer ein Fehler. Kylian Mbappé hatte die Franzosen nach drei Minuten in Führung geschossen, Marquinhos erhöhte nach 28 Minuten sogar auf 2:0. Eric-Maxim Choupo-Moting (38.) gelang vor der Pause noch der Anschlusstreffer für die insgesamt deutlich überlegenen, aber zu fahrigen Bayern. Thomas Müller erzielte nach 60 Minuten den zwischenzeitlichen Ausgleich. Mbappé war es dann erneut, der nach 68 Minuten zum 3:2 traf und damit den Sieg für die Pariser erzielte.

Paris-Angreifer Kylian Mbappé erzielt gegen die Münchner zwei Treffer

Paris-Angreifer Kylian Mbappé erzielt gegen die Münchner zwei Treffer

Goretzka und Süle mussten verletzt raus

Es war ein kurioses, rasantes Spiel, bei dem die Münchner das deutlich bessere Team waren. Der Titelverteidiger machte aber zu viele Konzentrationsfehler, die so zwar aus der Bundesliga bekannt sind, die dem Team in den Ausscheidungsrunden der europäischen Königsklasse zuletzt jedoch nicht unterliefen. Allerdings sind die Münchner Profis seit über einem Jahr mit ihren vielen Spielen in den unterschiedlichen Wettbewerben hoch belastet. Dafür scheinen sie nun ihren Preis zu zahlen. 

Mit Leon Goretzka und Niklas Süle mussten gleich zwei Leistungsträger während des Spiels den Platz aufgrund von muskulären Verletzungen verlassen. Ohnehin fielen schon vor der Partie Torjäger Robert Lewandowski (Knie) und Serge Gnabry (positiver Corona-Test) aus. Wie sehr die beiden besten Angreifer dem FCB fehlten, zeigte nicht zuletzt die Statistik. Die Münchner gaben zwölf Schüsse auf das gegnerische Tor ab, erzielten dabei aber nur zwei Treffer, obwohl sie ungewöhnlich gute Tormöglichkeiten hatten. "Wir müssen deutlich mehr Tore machen. Wir haben einige Großchancen ausgelassen. Wenn es 5:3 oder 6:3 für uns ausgeht, dann kann sich auch niemand beschweren. Dieses Ei haben wir uns selbst ins Nest gelegt. Das müssen wir jetzt ausbaden", sagte Bayern-Angreifer Thomas Müller. 

Bayern-Angreifer Eric-Maxim Choupo-Moting erzielt nur einen Treffer trotz mehrerer Chancen

Bayern-Angreifer Eric-Maxim Choupo-Moting erzielt nur einen Treffer trotz mehrerer Chancen

Die Franzosen gaben lediglich fünf Schüsse auf das Bayern-Tor ab - und trafen drei Mal. "Wir waren vorne sehr effektiv, ohne dass wir viele Ballbesitzphasen hatten", sagte Paris-Offensivspieler Julian Draxler. 

Personal-Diskussionen sorgen für Unruhe

Und zu allem Überfluss drehten sich rund um diese Partie zwei Personal-Diskussion bei den Münchnern, die auch schon seit längerer Zeit nicht gerade zur internen Ruhe beitragen.

Trainer Hansi Flick - der seit 2019 sechs Titel mit dem FC Bayern gewinnen konnte - scheute sich vor der Partie weiterhin, ein klares Bekenntnis zu seiner Zukunft in München abzugeben. "Mein Fokus ist, dass wir erfolgreich Fußball spielen", sagte der Coach. Es spricht derzeit also viel dafür, dass der 56-Jährige seine Zukunft ab dem Sommer als Nachfolger von Joachim Löw als Bundestrainer beim Deutschen Fußball Bund (DFB) sieht.

Zudem wurde an diesem Abend offiziell bekannt, dass der Klub den am Saisonende auslaufenden Vertrag von Jerome Boateng nicht verlängern wird. Nach zehn Jahren in München muss sich der 32-Jährige einen neuen Arbeitgeber suchen. "Ich habe mit Jerome gesprochen, sein Vertrag läuft aus, er wird auch nicht verlängert", erklärte FCB-Sportvorstand Hasan Salihamidzic vor der Partie. Doch ungeachtet dieser Randaspekte haben die Münchner ihre Hoffnungen noch nicht begraben.  

Thomas Müller ist jedenfalls zuversichtlich, dass die Bayern das Halbfinale noch erreichen können. "Wir müssen unseren Fokus jetzt auf das Rückspiel legen. Wenn wir dann ähnlich viele Chancen herausspielen, müssen wir es vorne dann besser machen und häufiger treffen."

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