Ecuadors Führung gibt Indigenen nach | Aktuell Amerika | DW | 30.06.2022
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Südamerika

Ecuadors Führung gibt Indigenen nach

Nach mehr als zwei Wochen massiver Proteste vor allem gegen hohe Spritpreise haben die Regierung von Ecuador und indigene Gruppen eine Einigung erzielt. Die katholische Kirche konnte erfolgreich vermitteln.

Ecuador | Indigene beenden Generalstreik

Unterzeichnung des Abkommens in Quito: Indigenen-Vertreter freuen sich

Unter Vermittlung der Ecuadorianischen Bischofskonferenz haben sich Regierung und Indigene auf ein Abkommen verständigt, um die teils gewaltsamen Proteste in jüngster Zeit zu beenden. Leonidas Iza, Chef der einflussreichen Indigenen-Organisation CONAIE, und Regierungsvertreter Francisco Jiménez unterzeichneten in Quito eine entsprechende Erklärung.

"Wir haben den höchsten Wert erreicht, den wir alle anstreben: Frieden in unserem Land", erklärte Staatschef Guillermo Lasso auf Twitter. Seine konservative Regierung sagte zu, den Benzinpreis um 15 US-Cent je Gallone (3,78 Liter) zu senken, Düngemittel zu subventionieren, günstige Kredite für Kleinbauern anzubieten, die Zuschüsse für arme Familien zu erhöhen und Schulden in Höhe von bis zu 3000 Dollar pro Schuldner zu erlassen. Die Indigenen versprachen ihrerseits, Straßenblockaden aufzuheben und in ihre Dörfer zurückzukehren.

Ausnahmezustand endet

Das Abkommen sieht auch ein Ende des Ausnahmezustands in dem südamerikanischen Land vor. Außerdem sollen zwei Regierungsdekrete zur Ausweitung der Ölförderung im Amazonasgebiet und zum Bergbau aufgehoben beziehungsweise überarbeitet werden.

Ecuador | Indigene beenden Generalstreik

Machten Druck: Indigene Demonstranten in der Hauptstadt Quito

Ecuador war seit 18 Tagen von landesweiten Demonstrationen gegen soziale Missstände erschüttert worden, zu denen CONAIE aufgerufen hatte. Die Teilnehmer forderten neben niedrigeren Treibstoff- und Düngemittelpreisen auch eine Senkung der Kosten für Lebensmittel, mehr Arbeitsplätze sowie mehr öffentliche Gelder für Gesundheitsversorgung und Bildung. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei kamen nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sechs Menschen ums Leben, einige hundert erlitten Verletzungen.

wa/fw (dpa, afp, kna)

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