E-Autos: China und Norwegen dominieren den Markt | Aktuell Welt | DW | 12.07.2018
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Elektromobilität

E-Autos: China und Norwegen dominieren den Markt

Im ersten Halbjahr 2018 sind weiterhin China und Norwegen die wichtigsten Treiber der Elektromobilität. Aber auch auf anderen Märkten nehmen E-Autos Fahrt auf. In Deutschland wird 2020 ein starkes Wachstum erwartet.

Weltweit ist die Autobranche im Umbruch, alles dreht sich um E-Mobilität. Auf der Straße sind aber hierzulande eher wenige E-Autos zu sehen, anders als in China. Das könnte sich einer neuen Studie zufolge ändern. Die Studie des Forschungsinstituts "Center of Automotive Management" in Bergisch Gladbach hat ergeben, dass chinesische Hersteller im Reich der Mitte zunehmend den E-Auto-Markt dominieren.

Norwegen: 35 788 E-Autos abgesetzt

Auf den ersten 20 Plätzen der meistverkauften E-Modelle in der Volksrepublik ist das amerikanische Unternehmen Tesla - auf Platz 19 mit dem Model X - der einzige ausländische Hersteller. Verkauft wurden in China in der ersten Jahreshälfte rund 412.000 Elektroautos - ein Plus von 111 Prozent. In Norwegen wurden 35.788 E-Autos abgesetzt, 32 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 

„China setzt sich als Leitmarkt der E-Mobilität zunehmend von den anderen automobilen Kernregionen wie Europa und den USA ab“, sagte Studienleiter Stefan Bratzel. Dabei stiegen auch dort die Zulassungszahlen. Auf dem nach Absatzzahlen zweitgrößten E-Fahrzeug-Markt USA kletterte die Neuzulassung in der ersten Jahreshälfte um 35 Prozent auf über 117.000 Fahrzeuge.

Deutsche hinken noch hinterher

Auch der deutsche Markt wuchs deutlich um 51 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 auf 33.917 neue zugelassene Elektrofahrzeuge. Der Marktanteil stieg von 1,3 auf "im globalen Vergleich durchschnittliche" 1,8 Prozent. Reine Elektroautos legten mit einem Plus von 69 Prozent stärker zu als Plug-in-Hybride. Parallel dazu sanken die Neuzulassungen von Diesel-Fahrzeugen in Deutschland der Studie zufolge weiter deutlich. Im Juni habe deren Marktanteil noch bei 31,2 Prozent gelegen - ein Rückgang um 16,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Neuzulassungen von Benzinern spürbar.

Starkes Wachstum für Deutschland 2020 zu erwarten

Die Innovationen rund um batterieelektrische Mobilität werden derzeit nicht von deutschen Herstellern getrieben, wie die Studie ergab. An der Spitze stehen in dieser Kategorie demnach Tesla und Renault sowie Nissan und General Motors. Auch die chinesischen Hersteller BAIC, BYD und Dongfeng schieben sich vor die deutschen Anbieter Daimler, VW und BMW.

„Deutschland ist mit seinen Herstellern bislang noch kein Leitanbieter der reinen Elektromobilität“, sagte Bratzel. Allerdings gebe es gute Chancen, den Rückstand zu Beginn der 2020er Jahre aufzuholen. Laut der Studie sind in den kommenden beiden Jahren nur moderate Wachstumsraten der E-Mobilität zu erwarten. Ab 2020 rechnet das Institut aber mit einer "deutlichen Steigerung der Marktdynamik". Für Deutschland und die EU sei dann ein starkes Wachstum zu erwarten - allein um die schärferen CO2-Grenzwerte der EU zu erreichen, während der Kohlendioxid-Ausstoß in Deutschland derzeit steige.

VW will in Elektromobilität investieren

Volkswagen will mit seinen Partnern in China Milliarden in Elektroautos, autonomes Fahren und Digitalisierung stecken. Bis zum Jahr 2022 sollen insgesamt 15 Milliarden Euro bereitgestellt werden, wie VW mitteilte. Auch die Forschung und Entwicklung neuer Technologien soll damit finanziert werden. China als weltweit größter Markt für E-Mobilität ist ein Vorreiter wenn es darum geht, Quoten für den Verkauf von E-Autos zu setzen. Volkswagen will im Rahmen seiner Elektro-Offensive im Jahr 2025 rund 1,5 Millionen Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechnologien in China auszuliefern. Dazu sollen in den nächsten sieben bis acht Jahren 40 neue, lokal produzierte Elektro- oder Hybrid-Autos der Konzernmarken VW, Audi, Skoda, Seat und dem Joint Venture mit dem chinesischen E-Auto-Partner JAC auf den Markt gebracht werden.

nis/se (dpa/ rtr)

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