Durchbruch im Konflikt zwischen Kosovo und Serbien | Aktuell Europa | DW | 09.09.2013
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Aktuell Europa

Durchbruch im Konflikt zwischen Kosovo und Serbien

Die EU hat nach eigenen Angaben einen Fortschritt im Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo erzielt. Für Serbien auch ein wichtiger Schritt in Richtung Europäische Union.

Nach mehr als einem Dutzend Gesprächsrunden war die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton offenbar doch noch erfolgreich. In ihrem jahrelangen Konflikt haben sich Serbien und das Kosovo auf einen Kompromiss beim Streit um Energieversorgung und Telekommunikation geeinigt, teilte Ashton in Brüssel mit.

Sie hatte stundenlang mit dem Regierungschef Serbiens, Ivica Dacic, und dessen Kosovo-Amtskollegen Hashim Thaci verhandelt. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

Kosovo will Vorwahl, Serbien Energie

Der Streit zwischen beiden Ländern entzündete sich daran, wer für die Energieversorgung im serbischen Norden des Kosovo zuständig ist sowie für das Kraftwerk und den Stausee Gazivorde, der teilweise auf serbischem Gebiet liegt.

Außerdem ging es bei dem Konflikt darum, dass das Kosovo keine eigene Landesvorwahl besitzt. Wer in den Kosovo telefoniert, wählt entweder die serbische Vorwahl oder aber jene Monacos oder Sloweniens. Eine eigene Vorwahl erhalten nur Länder, die auch international anerkannt sind. Bislang haben mehr als 100 Staaten das mehrheitlich von Albanern bewohnte Kosovo, das vor fünf Jahren seine Unabhängigkeit ausgerufen hat, völkerrechtlich anerkannt. Serbien gehört nicht zu ihnen. Stattdessen unterstützt das Land die im Norden des Kosovo lebende serbische Minderheit finanziell und unterhält Parallelstrukturen in Verwaltung, Bildung und Gesundheit.

Bereits im April haben sich Serbien und seine Ex-Provinz auf ein Normalisierungsabkommen geeinigt. Demnach sollte Serbien seinen Einfluss im Kosovo Stück für Stück reduzieren.

Serbien auf dem Weg in die EU

Der jetzt gefundene Kompromiss soll die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen für Serbien im kommenden Januar ermöglichen. Die EU-Spitze will darüber im Dezember entscheiden.

nis/sosa (dpa, EU)