Druck auf Swedbank nimmt zu | Aktuell Welt | DW | 27.03.2019
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Verdacht auf Geldwäsche

Druck auf Swedbank nimmt zu

Ermittler haben die größte Bank Schwedens und des Baltikums durchsucht. Sie wird des Insiderhandels und des Betrugs verdächtigt. Möglicherweise ist sie auch in den Geldwäsche-Skandal der Danske Bank verwickelt.

Die schwedische Behörde für Wirtschaftskriminalität hat ihre Voruntersuchungen gegen die Bank ausgeweitet. In der Zentrale der Swedbank wurde eine Razzia durchgeführt. Nach der Durchsuchung teilten die Behörden mit, zu dem Verdacht des Insiderhandels komme nun noch der Verdacht auf schweren Betrug. Die Bank kündigte an, mit den Behörden zusammen zu arbeiten. "Das ist ein sehr harter Tag für die Swedbank, unsere Angestellten und unsere Aktionäre gewesen", sagte die Vorstandsvorsitzende Birgitte Bonnensen.

Aktionäre vorab über belastenden Medienbericht informiert?

Bisher handelt es sich lediglich um Voruntersuchungen. Nach Angaben der Bank gibt es keinen Verdacht gegen konkrete Personen oder eine rechtliche Einheit. Hintergrund der Untersuchungen sind die Anschuldigungen in einer TV-Dokumentation des Senders SVT: Dabei geht es um den Verdacht auf die unerlaubte Offenlegung von Insiderinformationen. Die Swedbank soll ihre 15 größten Aktionäre zwei Tage vor der Ausstrahlung der Dokumentation über die für sie belastenden Inhalte informiert haben. Der Sender berichtete, man habe Dokumente gesehen, die zeigten, dass zwischen 2007 und 2015 von Swedbank-Konten mindestens 3,8 Milliarden Euro über "verdächtige Transaktionen" ins Baltikum geflossen seien. Der Dokumentation zufolge gebe es Hinweise darauf, dass die Swedbank einen Teil dieser Transaktionen zusammen mit der dänischen Danske Bank durchgeführt hat. Die Danske Bank steht im Zentrum eines großen Geldwäsche-Skandals. Dänemarks größte Bank soll zwischen 2007 und 2015 über seine Filiale in Estland Transaktionen von nicht in Estland lebenden Personen und Unternehmen in Höhe von 200 Milliarden Euro durchgeführt haben. Die Auftraggeber der Transaktionen sollen aus Russland, Moldawien und Aserbaidschan kommen. 

Ermittlungen auch im Baltikum

Die Behörde für Wirtschaftskriminalität erklärte, die weiteren Untersuchungen sollten zeigen, ob es zu einem Betrug gekommen sei und wer in diesem Fall dafür zur Verantwortung gezogen werden könne. Bei den Voruntersuchungen gehe es nicht darum, ob es im Baltikum zu Geldwäsche über Swedbank-Konten gekommen sei, sondern einzig darum, wie die Bankenführung mit Informationen über mutmaßliche Geldwäsche umgegangen sei. Auch in Estland, Lettland und Litauen ermitteln Finanzaufseher gegen das schwedische Geldinstitut wegen einer mutmaßlichen Verwicklung in den Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank.

SVT berichtete zudem, die Swedbank habe US-Behörden in Zusammenhang mit den "Panama Papers" Informationen vorenthalten. So soll das Geldhaus die Behörden in Bezug auf Verbindungen ihrer Kunden zu der im Zentrum des Panama Papers-Skandal stehenden Kanzlei Mossack Fonseca in die Irre geführt haben. In der Doku heißt es, eine interne Untersuchung bei der Swedbank habe außerdem gezeigt, dass viele der "Hochrisiko-Kunden" niemals hätten angenommen werden dürfen.

Schwierige Hauptversammlung

Die Aktien der Bank brachen am Mittwoch um mehr als elf Prozent ein. Seit dem ersten Bericht des TV-Senders im Februar haben die Papiere bereits mehr als ein Viertel ihres Wertes verloren.

Die Swedbank ist nach eigenen Angaben die größte Bank in Schweden und im Baltikum. Knapp ein Fünftel ihrer Erträge erwirtschaftet sie in Estland, Lettland und Litauen. In den drei Ländern hat sie 3,3 Millionen Privatkunden und 300.000 Firmenkunden. Am Donnerstag muss sich der Vorstand der Bank auf der Hauptversammlung seinen Aktionären stellen, die den Umgang der Bank mit den Vorwürfen kritisiert hatten.

cvo/kle (dpa, rtr, afp)

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