Drei US-Großbanken, drei Milliardengewinne | Wirtschaft | DW | 14.10.2016
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US-Banken

Drei US-Großbanken, drei Milliardengewinne

Gleich mehrere US-Bankenriesen präsentieren ihre Zahlen - und übertreffen die Erwartungen. Deutschlands größtes Geldhaus, die Deutsche Bank, verliert derweil immer mehr den Anschluss an die Weltspitze.

Die Zahlen lassen sich sehen. Die Großbanken J.P.Morgan Chase, Citigroup und Wells Fargo haben im dritten Quartal überraschend gut abgeschnitten. Den Spitzenplatz belegte J.P.Morgan mit einem Gewinn von 6,3 Milliarden Dollar. Kurz darauf folgt Wells Fargo mit 5,6 Milliarden Dollar - und das trotz eines Skandals, der das Bankhaus kürzlich erschütterte. Als Dritter öffnete die Citigroup ihre Bücher und konnte 3,8 Milliarden Dollar Quartalsgewinn ausweisen.

Vor allem J.P.Morgan konnte die Erwartungen der Analysten übertreffen. So stieg das Vorsteuer-Ergebnis um fast ein Drittel auf 8,9 Milliarden Dollar. Besonders das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren habe auf breiter Front angezogen, sagte Finanzchefin Marianne Lake. Nach ihren Worten wurde "aus allen Zylindern gefeuert". Auch das Schlussquartal 2016 sei gut angelaufen.

Auch Citigroup profitierte vom wiederbelebten Anleihenhandel, schwächelte aber im Aktiengeschäft. Unter dem Strich fiel der Konzerngewinn um gut zehn Prozent, wie die Nummer vier in Amerika mitteilte. Vor einem Jahr hatte allerdings ein Verkauf in Mexiko die Bilanz noch aufgehübscht.

Bei Wells Fargo sorgte der jüngste Skandal um Phantom-Kunden für Ernüchterung. Der neue Vorstandschef Tim Sloan versprach deshalb, die Affäre rasch weiter aufzuarbeiten. "Wir wissen, dass es Zeit und eine Menge harter Arbeit erfordern wird, unseren Ruf wieder herzustellen", erklärte Sloan, der den Spitzenjob erst vor zwei Tagen über den Skandal gestolperten John Stumpf übernommen hatte. Wells Fargo stellt sich auf längere Rechtsstreitigkeiten ein und legte dafür Geld zur Seite. Deshalb fiel der Gewinn um vier Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten noch Schlimmeres befürchtet.

Deutschland Deutsche Bank in der Krise (Reuters/K. Paffenbach)

Müde Bilanzen - die Deutsche Bank

Deutsche Bank weiter unter Druck

Gut 15 Milliarden Dollar haben die drei großen US-Banken zusammen im dritten Quartal verdient - und das trotz Gewinnrückgängen, die Sonderfaktoren geschuldet waren. In der kommenden Woche werden auch die Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley ihre Quartalszahlen veröffentlichen.

Die guten Zahlen würden in normalen Zeiten auch den Anlegern der Deutschen Bank Hoffnung machen. So konnte die Aktie des größten deutschen Geldinstituts heute ein wenig zulegen. Doch die Stimmung ist insgesamt mies. Denn die Deutsche Bank steckt noch immer in der Sanierung fest. Weil die bisherigen Umbauerfolge überschaubar sind, spielt die Mannschaft um Vorstandschef John Cryan inzwischen sogar einen radikaleren Stellenabbau durch, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Nach dem Auftakt der US-Banken ist zumindest sicher. Der Abstand zur Weltspitze wird nicht geringer.

nm/mak (dpa, rtr)