Drei Terrorverdächtige festgenommen | Aktuell Deutschland | DW | 30.01.2019
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Deutschland

Drei Terrorverdächtige festgenommen

Den in Schleswig-Holstein gefassten Flüchtlingen aus dem Irak wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Die Behörden vermuten einen islamistischen Hintergrund.

Deutschland Drei Iraker unter Terrorverdacht festgenommen (picture-alliance/dpa/K. Schröder)

In diesem Haus im schleswig-holsteinischen Elpersbüttel wurden die drei Terrorverdächtigen festgenommen

Die deutschen Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Erkenntnissen erneut einen islamistisch motivierten Terroranschlag vereitelt. Wie Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt (BKA) mitteilten, wurden nach wochenlangen Ermittlungen im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein zwei Verdächtige und ein mutmaßlicher Helfer festgenommen. Die aus dem Irak stammenden Männer experimentierten demnach mit Schwarzpulver aus Silvesterböllern für eine Bombe, erwogen aber auch einen Anschlag mit Schusswaffe oder Auto. Zudem hätten sie im Internet und im Darknet nach Bauanleitungen für Bomben gesucht.

Entscheidung zur Tat stand fest

Nach Angaben einer Sprecherin der Bundesanwaltschaft waren die 23- bis 36-Jährigen "fest" zu einem Attentat entschlossen, hatten aber noch nicht mit genauen Planungen begonnen. Über Zeit und Ort hätten sie sich nach jetzigem Ermittlungsstand noch "keine abschließenden Gedanken gemacht", erläuterte die Sprecherin in Karlsruhe vor Journalisten.

Ziel der Täter - möglichst große Opferzahl

Nach Angaben von BKA-Präsident Holger Münch war es das siebte Mal seit dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz Ende 2016, dass Ermittler ein islamistisches Attentat in Deutschland vereitelten. Die Verdächtigen hätten selbst das Ziel ausgegeben, "möglichst viele Menschen" zu töten, sagte er in Berlin.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft hatten sich die 23-jährigen Hauptverdächtigen Shahin F. und Hersh F. Ende vergangenen Jahres zu einem Attentat entschlossen. Ende Dezember unternahmen die Männer demnach erste Sprengversuche mit 250 Gramm Schwarzpulver aus Silvesterböllern. Zudem überlegten sie, bei ihrem Anschlag eine Schusswaffe einzusetzen. Diese sollte der 36 Jahre alte mutmaßliche Helfer besorgen. 

Wie die Ermittler weiter mitteilten, erwogen die Hauptverdächtigen auch den Einsatz eines Autos. Ein Mann habe deshalb Fahrstunden genommen. Laut der Sprecherin der Bundesanwaltschaft fanden sich auch "Bezüge" zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Dies sei allerdings nicht gleichbedeutend mit einer etwaigen Mitgliedschaft oder einem direkten Auftrag durch die Organisation.

Den zwei Hauptbeschuldigten werden die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat sowie Verstöße gegen das Waffen- und das Sprengstoffgesetz vorgeworfen. Der mutmaßliche Helfer steht im Verdacht, Beihilfe geleistet zu haben.

Laut den Angaben lösten Hinweise des Bundesamts für Verfassungsschutz Anfang Dezember die Ermittlungen gegen die Männer aus. Spezialeinheiten der Polizei hätten die Männer wochenlang teils rund um die Uhr observiert und deren Kommunikation verfolgt, sagte BKA-Chef Münch. Auch die europäische Polizeibehörde Europol sei beteiligt gewesen. 

qu/fa/kle (afp, dpa)

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