Drastisches Sparprogramm bei General Motors | Aktuell Amerika | DW | 26.11.2018
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Automobilindustrie

Drastisches Sparprogramm bei General Motors

Der größte US-Autobauer will sich neu positionieren, hin zur E-Mobilität. Das dürfte knapp 15.000 GM-Mitarbeiter den Job kosten. Fünf Standorte sollen im Zuge von Produktionskürzungen komplett stillgelegt werden.

Kanada General Motors Montagewerk in Oshawa (Getty Images/AFP/L. Hagberg)

Auf Halde produziert - GM-Fahrzeuge vor dem Werk im kanadischen Oshawa

Betroffen von den geplanten Werksschließungen sind drei Fabriken in den USA und in Kanada, wie der Konzern in Detroit bekannt gab. Die Standorte Oshawa in der kanadischen Provinz Ontario, sowie Hamtramck in Detroit und Lordstown im US-Bundesstaat Ohio. Auch für zwei noch nicht namentlich genannte Montagewerke außerhalb Nordamerikas soll demnach bald Schluss sein.

Damit würden bei General Motors knapp 15.000 Jobs in der Produktion wegfallen. Zudem sollen mehrere Fahrzeugmodelle aus dem Programm genommen werden. Bis Ende 2020 will General Motors jährlich sechs Milliarden Dollar einsparen, erklärte der frühere Opel-Mutterkonzern weiter. Die Kosten sollen dabei um 4,5 Milliarden Dollar sinken, die Investitionen von 8,5 auf sieben Milliarden Dollar im Jahr heruntergefahren werden. 

GM sieht Zukunft bei E-Mobiliät und autonomen Fahren

Mit der Umstrukturierung wolle sich General Motors auf die "veränderten Marktbedingungen einstellen", erklärte Unternehmenschefin Mary Barra. Die Zahl der Angestellten, die nicht in der Produktion beschäftigt sind, soll auf der ganzen Welt um 15 Prozent reduziert werden. Im Management sollen sogar 25 Prozent der Stellen wegfallen, "um Entscheidungen zu beschleunigen". Laut Barra will der Konzern den Schwerpunkt künftig auf die Entwicklung von Elektrofahrzeugen und selbst fahrenden Autos legen. Die milliardenschweren Restrukturierungskosten sollen über Kredit finanziert werden. "Wir passen die Kapazität der Realität am Markt an", erklärte die GM-Chefin.

Hintergrund ist die stark sinkende Nachfrage nach Limousinen in den USA sowie steigende Kosten, etwa durch die von US-Präsident Donald Trump erlassenen höheren Importzölle auf Stahl. Im Oktober hatte GM bereits etwa 50.000 Beschäftigten in Nordamerika ein Abfindungsprogramm angeboten. 

Die Gewerkschaft der US-Automobilarbeiter UAW kündigte entschiedenen Widerstand an. An der Börse kam die Nachricht hingegen gut an - die GM-Aktie stieg zunächst um über sieben Prozent.

Auch die Rivalen Ford Motor und Fiat Chrysler bremsten bereits ihre Autoproduktion in den USA. Ford will nach einer Ankündigung vom April die Fahrzeugproduktion in Nordamerika fast komplett einstellen.

qu/se (dpa, rtr, afp, ape)

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