Dortmunds furioser Startschuss zum Angriff auf die Bayern | Sport | DW | 03.08.2019
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Supercup 2019

Dortmunds furioser Startschuss zum Angriff auf die Bayern

Der verstärkte BVB blies im Vorfeld zum Angriff auf den Meistertitel und Titelverteidiger Bayern München. Im Finale des Supercups folgen den Worten trotz der vielen fehlenden Neuzugänge beeindruckende Taten.

Marco Reus ist Kapitän von Borussia Dortmund. Marco Reus ist in dem Alter, in dem ein Fußballer die wohl optimale Mischung aus Erfahrung und Leistungsfähigkeit abrufen kann. Marco Reus war noch nie Deutscher Meister. Und Marco Reus will es in dieser Saison mit dem BVB endlich werden. In ungewohnter Klarheit kündigte der BVB-Kapitän vor der Saison an, dass der Meistertitel das erklärte Saisonziel sei. "Nach der vergangenen Saison und unseren Neuverpflichtungen diesen Sommer macht ein anderes Saisonziel meiner Meinung nach gar keinen Sinn", so Reus, der für seine Aussagen von den BVB-Verantwortlichen nicht "zurückgepfiffen" wurde. Der Gewinn des Supercups gegen Titelverteidiger Bayern München bestätigt, dass dieses Selbstbewusstsein nicht unbegründet ist.

Doch schon vor Reus hatte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke die Richtung vorgegeben und betont, "ohne Wenn und Aber um die Deutsche Meisterschaft spielen" zu wollen. Beim BVB will man nach der vertanen Chance in der vergangenen Saison nicht nur Meister werden, man sagt das auch. Die potenzielle Grundlage für diese Mission wurde im Sommer geschaffen: Mit Julian Brandt, Thorgan Hazard und Nico Schulz standen früh drei Hochkaräter als Neuzugänge fest. Die vielleicht nicht bei allen Fans auf Gegenliebe stoßende Rückkehr von Mats Hummels rundet die beachtliche Kaderverstärkung des Vizemeisters ab. Defensivmann Hummels soll gemeinsam mit dem offensiven Reus das Führungsduo bilden, das dem BVB den neunten Meistertitel der Vereinsgeschichte beschert.

Hummels muss passen

Der erste gemeinsame Auftritt der beiden seit Hummels' Wechsel zum FC Bayern 2016 sollte im Supercup gegen den Rekordmeister erfolgen. Doch Rückkehrer Hummels musste kurzfristig passen (laut BVB-Sportdirektor Michael Zorc im ZDF eine "Vorsichtsmaßnahme). Hummels' BVB-Comeback musste also vertagt werden, genauso wie das Pflichtspieldebüt der verheißungsvollen Offensivneuzugänge Thorgan Hazard aus Gladbach und Julian Brandt, den der BVB vom Ligakonkurrenten aus Leverkusen holte und bei dem man sich gegen allerlei Konkurrenz durchgesetzt hatte. Bei beiden stand allerdings schon im Vorfeld fest, dass sie erst mal nicht zum Einsatz kommen würden.

Schulz mit starkem Pflichtspieldebüt

Somit stand mit Nico Schulz im Supercup zunächst nur einer der vier großen Neuzugänge in der Anfangself von BVB-Trainer Lucien Favre. Der Nationalspieler, für seinen Fleiß und seine Beständigkeit bekannt, feierte ein starkes Pflichtspieldebüt im ausverkauften Dortmunder Stadion und untermauerte seine Stammplatzambition auf der Linksverteidiger-Position eindrucksvoll.

Fßball DFL Supercup 2019 | Borussia Dortmund v Bayern München | Jadon Sancho (Getty Images/Bongarts/M. Rose)

Jadon Sancho glänzte mit einer Vorlage und seinem Tor zum 2:0

Ebenso eindrucksvoll legte der Gastgeber dann gegen die Bayern los. Der BVB überrannte die Münchener in der Anfangsphase und hatte bereits in der ersten Minute die große Gelegenheit zur Führung. Doch Neuer vereitelte die Chance von Reus mit einer starken Parade. Das BVB-Spiel zu Beginn: kraftvoll, aggressiv, präzise. Das Team dürfte auch aus Sicht des akribischen Lucien Favre mit seiner Vorstellung nahe am Optimum gewesen sein, lediglich das Tor fehlte. Der BVB pusht, der FC Bayern wackelt, doch Dortmund gelingt die Führung nicht - ein Bild, das aus der Vergangenheit nur allzu bekannt ist.

Zwei Schüsse, zwei Tore

Doch dieses Mal belohnte sich der Vizemeister und ging durch Paco Alcácer nach starker Vorarbeit von Jadon Sancho verdient in Führung (48. Minute). Alcácer, Reus, Sancho - die drei Dortmunder Offensivkünstler fuhren einen furiosen Angriff nach dem anderen und ließen die Abwehrreihe des Meisters einige Male mit ihrem Highspeedfußball zurück. Sancho krönte seinen grandiosen Auftritt schließlich in der 69. Minute mit dem 2:0, das der BVB eine Minute zuvor noch verpasst hatte, als er mit einem blitzschnellen, technisch hochklassigen Konter aus einer Drucksituation am eigenen Sechzehner heraus die mögliche Blaupause des zukünftigen Erfolges, jedoch nicht den Torabschluss in Perfektion vorgetragen hatte. 

Eine Minute später stand die Vorentscheidung fest, der BVB holt den ersten "kleinen" Titel der Saison. Doch dabei soll es bekanntlich nicht bleiben. Was aber bleibt, ist der Eindruck dieses Auftrittes, dieses perfekten Lehrbuchkonters aus der 68. Minute. Diese Eindrücke des "neuen BVB" sind wohl höher zu bewerten als der formale Gewinn des Supercups. "Es sollte ja heute eine Standortbestimmung sein. Wir wissen, dass wir in dieser Saison noch große Aufgaben vor uns haben", sagte der Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung, Sebastian Kehl, nach dem Spiel im ZDF. Was er mit dieser "großen Aufgabe" meint liegt auf der Hand. Wenngleich Sportdirektor Zorc im ZDF betonte, dass man es auch "nicht immer wieder sagen" müsse. Stimmt, es wurde ja klar gesagt.

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